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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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7.2 Möglichkeiten und Grenzen musikalisch-literarischer Wechselwirkungen 145

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145 ren und schafft innovative inhaltliche Darstellungsmöglichkeiten in der Prosa. Trotz der Tatsache, dass ein Roman hauptsächlich von einem stummen Leser re- zipiert wird, der den Text zwar vor seinem inneren Ohr hört, jedoch mit den Au- gen aufnimmt,689 können musikalische Ausdrucksformen neben dem klanglichen Resultat auch als ästhetisches Faszinosum angesehen werden. Dies betrifft die besondere Eigenschaft der Musik, die „leichter alles Reale abstreifen und ins Übergeordnete stoßen, reine Chiffre werden kann.“690 Dies kann am Ehesten durch die Instrumentalmusik erreicht werden, die seit der Klassik, besonders a- ber in der Romantik, eine deutliche Aufwertung erfuhr.691 Darum soll diese Gat- tung als Grundlage der Überlegungen im vorliegenden Kapitel dienen.692 7.2 Möglichkeiten und Grenzen musikalisch-literarischer Wechselwirkungen 7.2.1 Musik in der Literatur: nur eine Metapher? Die Vielfalt der Fragestellungen zeigt, wie weit sich die Wissenschaft von dem der romantischen Ästhetik verpflichteten Gedanken der wechselseitigen Durch- dringung der Künste inzwischen entfernt hat.693 Die Fragmentisierung der Geis- 689 Vgl. Gier, Parler, S. 11. 690 Schmidt-Garrè, Von Shakespeare bis Brecht, S. 8. 691 Die Aufwertung der Instrumentalmusik zur höchsten Gattung der klassischen Musik hing eng mit der Emanzipierung der bürgerlichen Schicht, der Ausbreitung des öffent- lichen Konzertlebens und der Wandlung des Komponisten von einem an Kirche oder Hof angestellten Kantor oder Kapellmeister zum autonomen Künstler zusammen. Vgl. Blume, Friedrich: Klassik. In: Friedrich Blume (Hrsg.): Epochen der Musikgeschichte in Einzeldarstellungen. Kassel u. a.: Bärenreiter, 1974, S. 292-306. 692 Es ist jedoch nicht möglich...

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