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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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7.6.4 Imitation musikalischer Formen und Strukturen in einer linearen Handlung 173

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173 Berücksichtigung des Klangaspektes nicht ausreicht, um eine „musikalische“ Faktur zu rechtfertigen. Dies zeigt das berühmte Beispiel der ersten Strophe von Lewis Carrolls Jabberwocky: ‚Twas brillig, and the slithy toves Did gyre and gimble in the wabe; All mimsy were the borogoves, And the mome raths outgrabe.832 Alice konstatiert den ontologischen Status des Gedichts mit den Worten: „It seems very pretty [...] but it’s rather [sic] hard to understand!“ Das Gedicht ist eine strukturierte Sinnhülle, die einzelnen Bestandteile sind nicht mehr als engli- sche Worte zu identifizieren, obwohl die Syntax eine relationelle Sinnhaftigkeit suggeriert. Obwohl die wirklichkeitsbezogene Aussagedimension hinter die Klangebene des Textes zurücktritt, besteht eine gewisse Zurückhaltung, diese pure poetry als musikalische Poesie zu bezeichnen. Der klangliche Aspekt ist nicht ausreichend, da „die Klangseite der Sprache im Vergleich zu all den schier unbegrenzten Klangmöglichkeiten, die der Musik offen stehen, extrem limitiert ist.“833 Mehrere Autoren versuchten die Übertragung des musikalischen Klangs durch eine „bis zur letzten Konsequenz vorgetriebene[n] Auflösung ihrer Spra- che selbst in (naturalistisch-) musikalische Lautmalereien, in frei erfundene Ak- kumulationen von Vokalen und Konsonanten [...].“834 Trotz dieser Einschrän- kungen können sprachliche Auffälligkeiten eine gewisse Analogie zur Musik ergeben und wichtige Indizien für eine musicalization of fiction aufzeigen. 7.6.4 Imitation musikalischer Formen und Strukturen in einer linearen Handlung Auch die grundsätzliche Möglichkeit einer Nachahmung musikalischer Struktu- ren in einer Erzählung speist sich aus der Tatsache, dass es sich dabei um akusti- sche, temporäre...

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