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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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7.7.2 Das narrative Potential der Musik 186

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186 Diktum der Mimesis verpflichtet ist, gibt die Möglichkeit starke Imaginationen und erhöht das narrative Potential dieser Form der Musik. If the listener, in hearing music, experiences the suasion of what I would like to call the narrative impulse, this is because he or she hears [...] recollections, expectations, and resolutions, but does not know what is expected, what resolved. The listener will be seized by a desire to complete, in words, what music does not say, because music is in- capable of saying it. Such things are not in music’s semiological nature.897 Zuhörer nehmen Musik sehr unterschiedlichen wahr und fokussieren ihr Interes- se während der Musikrezeption auf den strukturellen, emotionalen oder imaginä- ren Bereich. Diese Vorstellungen sind höchst subjektiv und flüchtig, die indivi- duelle Verarbeitung des Gehörten lässt sich dabei schwer fassen.898 Aldous Huxley portraitiert in seinem Roman Point Counter Point 1928 eine Gesellschaft, die mehr oder weniger aufmerksam der h-moll Suite von J. S. Bach lauscht. Während einige Zuhörer ergriffen lauschen, kommentieren viele andere Zuhörer sarkastisch die übrigen Anwesenden.899 Die individuelle Rezeption der Musik wird hier ironisch dargestellt und zeigt die heuchlerische Seite der englischen Gesellschaft jener Zeit. Der emotionale Gehalt der Musik wird nicht von alle Beteiligten wahrgenommen. Stattdessen wird das Musizieren beispielsweise mit naturwissenschaftlichen Begriffen belegt. “He blew across the mouth hole and a cylindrical air column vibrated […].”900 Diese Skizze zeigt, dass das narrative Potential eng an die individuellen Vorstellungen und an die jeweilige...

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