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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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8.4.2 Thematische Darstellungen von Musik und Versucheiner ästhetischen Bildung 206

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206 Es zeigt sich aber, dass Timothy aus seiner Bildung keinen persönlichen Gewinn ziehen kann und seiner Situation weitgehend passiv gegenübersteht. So ist die englische Kulturgeschichte in Träumen und Visionen bewusst verzerrt wieder- gegeben, da sie den Versuch eines jungen Menschen darstellt, sich mit seinen Mitteln eine Welt zu erschließen. Es gelingt ihm bis zum Ende des Romans nur teilweise, er vermag aus seiner seit frühen Kindheitstagen erlebten Umwelt nicht herauszutreten und sich autonom und selbstbewusst dem Leben zu stellen. 8.4.2 Thematische Darstellungen der Musik und Versuch einer ästhetischen Bildung Obwohl die im Titel genannte Metapher nicht nur Musik, sondern einen durch den Vater vermittelten Querschnitt englischer Geschichte darstellt, wird beson- ders an der Musik die irrende Suche des Protagonisten deutlich. Daher sollen im Folgenden verschiedene Aspekte der Musikdarstellung erläutert werden. Zu- nächst werden die verschiedenen Arten der Musik vorgestellt und ihre Wirkung auf den Protagonisten beschrieben. Dann wird die Diskrepanz zwischen low art und high art untersucht, die paradigmatisch für die Zerrissenheit des Romanhel- den und das mangelnde Verständnis steht, sich die Welt der Musik zu erschlie- ßen, die seiner charakterlichen Disposition entspricht. Es soll verdeutlicht wer- den, dass der fortwährende Versuch, durch ästhetische Erfahrungen eine eigene Identität zu finden, letztlich scheitert. Erst als alter Mann vermag Timothy mit seiner Vergangenheit Frieden zu schließen: „I no longer need to open the old books. I have heard the music. (EM, 400).“ Ein bewusstes, kognitiv geleitetes Verstehen der Musik...

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