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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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12.3 Begründung der gattungstypologischen Interpretationals Bildungsroman 309

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309 12.3 Begründung der gattungstypologischen Interpretation als Bildungsroman Bernd Herzogenrath stellt fest, dass sich bereits im Titel des Romans zwei Ex- treme andeuten: „the harmonious order of music, and the chaotic randomness of pure chance.“1391 Die Musik unterstützt Nashes Flucht aus dem Alltag, indem sie die Erfahrung der „release from spatial-temporal parameters“1392 ermöglicht und so als soundtrack für die spezifisch expansive Raumkonzeption zu Beginn der Erzählung wirkt. Folglich wird The Music of Chance aufgrund der Darstellung des Raums und der Betonung des Zufalls von Herzogenrath als pikareske „road novel“1393 interpretiert, die in Verwandtschaft zum Vorgängerroman Moon Pala- ce steht. Auch Tim Woods beschreibt die Erlebnisse Jim Nashes in seinem Auf- satz The Music of Chance: Aleatorical (Dis)harmonies als pikareskes Abenteuer ohne jegliche epistemologische Sicherheiten.1394 Noch während der Gefangenschaft kann Nashe selbst die Unberechenbar- keit seiner Existenz nicht annehmen. Entschieden wiederspricht er Jack Pozzis Auffassung von einer unerklärlichen Macht, die ihr gemeinsames Schicksal lenkt. You want to believe in some hidden purpose. You’re trying to persuade yourself there’s a reason for what happens in the world. I don’t care what you call it – God or luck or har- mony – it all comes down to the same bullshit. It’s a way of avoiding the facts, of refus- ing to look at how things really work. (MC, 139) Weitere „genuine pikareske Themen und Motive wie Reisen, Verwaisung, Ein- samkeit, sozialer Auf- und Abstieg, Rollenspiel und Identitätsverlust“1395 sind im Roman...

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