Show Less

Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

Series:

Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

12.4 Musikalische Darstellungen: Die Bedeutung der klassischen Musik als Suche nach verlorener Totalität 316

Extract

316 mediale Korrelationen zwischen Musik und der Erzählung. Im Folgenden wer- den zunächst die verschiedenen Thematisierungen der klassischen Musik in Hinblick auf ihre jeweilige sinnstiftende Funktion im Roman erläutert. An- schließend sollen Analogien zwischen dem Strukturierungsprinzip der Unbe- stimmtheit in The Music of Chance und im Klavierwerk Music of Changes (1951) von John Cage aufgezeigt werden. 12.4 Musikalische Darstellungen: Die Bedeutung der klassischen Musik als Suche nach verlorener Totalität Die klassische Musik stellt für Nashe einen unspezifischen Fluchtpunkt dar und symbolisiert zugleich seine Suche nach verlorener Totalität. Gleichzeitig spie- gelt sie die Veränderungen, mit denen Jim Nashe konfrontiert wird. Ist die Mu- sik zunächst noch selbst gespielt, so wird sie ihm auf der Autofahrt schon vorge- spielt und klingt später ebenso verzerrt und entfremdet wie seine eigene Exis- tenz. Die Musik verstummt jedoch bis zum Ende der Erzählung nicht und unter- stützt ihn auch auf seiner letzten Fahrt im Aufbegehren gegen das lang erduldete totalitäre Unrecht. Verschiedene Ausprägungen des telling sind in The Music of Chance Indiz für eine mögliche Annäherung des Textes an Musik. Der Titel impliziert auf der Ebene der paratextual thematization eine Affinität des Romans zur Musik. Der Terminus des Zufalls wird daher mit einer versteckten und dennoch harmoni- schen Ordnung assoziiert. In Die Einsamkeit des Labyrinths betont Gérard de Cortanze die enge Verbindung, die Auster zur Musik hegt. Wenn er [Auster] von seiner Art zu schreiben spricht,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.