Show Less

Clinton am Kivu-See

Die Geschichte einer afrikanischen Katastrophe

Helmut Strizek

In der Regierungszeit des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton von 1993 bis 2001 ist das zentrale Afrika aus den Fugen geraten. Die amerikanische Politik hat dazu beigetragen. Auslöser für eine Kettenreaktion von Katastrophen (Ruanda-Krieg 1994 und die beiden Kongo-Kriege 1996/1997 und 1998/1999) war Clintons «Flucht aus Somalia» nach dem Desaster von Mogadischu am 3. Oktober 1993. Dem Wirken der Clinton-Administration östlich und westlich des Kivu-Sees und dem Scheitern der nach dem Fall der Berliner Mauer eingeleiteten Demokratisierung auch in diesem Teil der Welt wird in der Untersuchung nachgespürt. Dabei taucht ein «Sudan-Syndrom» als möglicher Erklärungsschlüssel für die amerikanische Politik seit 1993 auf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

II. Die Ära George Bush sen. und das Ende des Kalten Kriegs 27

Extract

27 II. Die Ära George Bush sen. und das Ende des Kalten Kriegs 1. Wind des Wandels Der bisherige Vizepräsident George Herbert Walker Bush konnte beim Amtsantritt als amerikanischer Präsident am 20. Januar 1989 ohne längere Vor- bereitungszeit zusammen mit dem sowjetischen Präsidenten Gorbatschow die Ost-West-Entspannung forcieren und den Kalten Krieg schließlich überwinden. Ihre Namen stehen zusammen mit ihren Außenministern James Baker und Edu- ard Schewardnadse für eine Zeitenwende. Die Mauer in Berlin fiel am 9. No- vember 1989, die beiden deutschen Teilstaaten wurden am 3. Oktober 1990 zu- sammengeführt. Der Warschauer Pakt löste sich am 1. Juli 1991 auf und die Sowjetunion am 21. Dezember 1991. Auf der Weltbühne blieb nur eine Super- macht übrig, die ab dem 17. Januar 1991 militärisch den Irak aus dem im Au- gust 1990 besetzten Kuwait vertrieb. Die Perspektive einer Lösung des Nahost- Konflikts schien sich aufzutun. Diese weltpolitischen Umbrüche veränderten auch die politische Land- schaft Afrikas. Viele Strukturen aus dem Kalten Krieg konnten überwunden werden, Rücksichtnahmen auf mögliche sowjetische Infiltrationen konnten entfallen. Aber der erste Irak-Krieg 1991 schuf neue Gegensätze. Der bisher dem Westen eher freundlich verbundene Sudan geriet wegen seines Engagements auf der Sei- te von Saddam Hussein im Irak-Krieg 1991 in einen lange anhaltenden Konflikt mit den USA und wurde von dort bald als „Schurkenstaat“ (rogue state) wahr- genommen.43 Historisch bedeutsam war auch, dass ein Relikt des Kalten Kriegs, das selbst in Amerika...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.