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Nonprofit-Marketing im Schulbereich

Britische Schulgesellschaften und der Erfolg des Bell-Lancaster-Systems der Unterrichtsorganisation im 19. Jahrhundert

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Patrick Ressler

Das Bell-Lancaster-System der Unterrichtsorganisation war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das erste weltweit verfügbare Modell für die praktische Bewältigung jener zahlreichen organisatorisch-pädagogischen Probleme, die mit dem Aufbau «nationaler» Erziehungssysteme einhergingen. Die Studie analysiert den erstaunlichen Verbreitungserfolg dieses maßgeblich von gemeinnützigen Organisationen getragenen Systems anhand moderner Nonprofit-Marketingkonzepte und kommt auf diese Weise zu überraschenden Einsichten und innovativen Erklärungsansätzen. Darüber hinaus diskutiert sie ihre Ergebnisse mit Blick auf die spannungsreiche, gerade auch für heutige Globalisierungsverläufe charakteristische Verflechtung von Diffusions- und Rezeptionsprozessen. Damit erweitert die Studie nicht nur die bildungsgeschichtliche Debatte, sondern schließt aus historischer Sicht auch an aktuelle Probleme der Nonprofit-Forschung und einer interdisziplinär ausgerichteten Globalisierungsdiskussion an.

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5. Nonprofit-Marketing im Schulbereich – ein vielversprechender Forschungsansatz 293

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Nonprofit-Marketing im Schulbereich als Forschungsansatz 293 sen. Dieser Befund ist mithin ein Plädoyer dafür, unterschiedliche An- sätze miteinander zu kombinieren. In theoretischer Hinsicht schließlich hat die Arbeit die Ergebnisse ihrer Teiluntersuchungen in Bezug zu ihrer Leitfrage nach dem Verhält- nis von Diffusion und Rezeption im Rahmen emergenter weltgesell- schaftlicher Strukturen zu setzen versucht. Hier verdeutlichen die Unter- suchungsergebnisse die zu Beginn der Arbeit skizzierte Problematik, dass die Diffusion und die Rezeption des Bell-Lancaster-Systems aus analy- tischen Gründen zwar trennbar sind, in der Realität jedoch vielfach inein- ander übergingen. Eine eindeutige Einteilung der Welt in Diffusionskon- texte und Rezeptionskontexte des Systems ist nicht möglich, und auch die Rollenverteilung zwischen Agenten der Diffusion und Agenten der Re- zeption stand nicht unverrückbar fest. Vielmehr konnten verschiedene Kontexte und Akteure zu unterschiedlichen Zeiten beziehungsweise mit Blick auf unterschiedliche Interaktionskontexte beziehungsweise -partner durchaus mehrere Rollen einnehmen. Hierbei spielt auch der an sich zwar bekannte, in der Forschung jedoch wenig gewürdigte Umstand eine Rol- le, dass es ein einheitliches Bell-Lancaster-System nicht gab. Schon die Konzepte von Bell und Lancaster beziehungsweise der National Society und der BFSS unterschieden sich in einer Reihe von Punkten, was im Übrigen auch zu Zwecken der Vermarktung genutzt wurde. Zudem ent- wickelten sich in einer Reihe von Rezeptionskontexten neue Varianten des Systems, die eigene Diffusionstraditionen begründeten und in ver- schiedenen Zusammenhängen einflussreicher wurden als die „Originale“ von Bell und Lancaster beziehungsweise der BFSS und der National Society. Noch etwas komplexer...

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