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Takahata Isao

Maria M. Grajdian

Takahata Isao, einer der berühmtesten und einflussreichsten Anime-Regisseure, zu dessen Anime-Werken solche Blockbuster wie Heidi – ein Mädchen aus den Alpen und Das Grab der Glühwürmchen zählen, ist Thema dieser weltweit erstmaligen Biografie. Takahata Isao ist der Mitbegründer des Ghibli-Unternehmens und der ältere Kollege sowie Haupt-Promoter des Regisseurs Miyazaki Hayao. Durch das Produzieren von Anime-Filmen wie Prinzessin Mononoke oder Chihiros Reise ins Zauberland (Oscar für den Besten Animationsfilm 2003) ist das Studio Ghibli in den letzten Jahrzehnten zum Inbegriff des japanischen Anime geworden und Miyazaki Hayao, der als Regisseur der meisten erfolgreichen Produktionen des Studio Ghibli auftritt, wurde als der berühmteste Anime-Regisseur aller Zeiten gefeiert. Wenige wissen allerdings, dass Takahata Isao hinter der charismatischen Gestalt Miyazakis steht. Dies liegt hauptsächlich daran, dass bislang keine umfangreichen Veröffentlichungen über Takahata Isao – als Mensch und als Anime-Autor – sowie über sein Werk vorliegen. Die Biografie, entstanden in Folge langjähriger Feldforschung und Literaturrecherche in Japan sowie zahlreicher Gespräche mit Takahata Isao, schließt diese Lücke. Sie ermöglicht die Vorstellung von Takahata Isao auch einem breiteren Publikum mittels einer wissenschaftlichen, jedoch gleichsam zugänglichen Analyse seiner Hauptwerke.

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Einleitung: Es war einmal in Japan 25

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Einleitung: Es war einmal in Japan Es ist mit Sicherheit keine Übertreibung zu behaupten, Japan werde erneut zur Weltmacht. Trotz der in den Medien hinreichend thematisierten politischen wie wirtschaftlichen Misserfolge ist der japanische kulturelle Einfluss auf globaler Ebene langsam und leise gewachsen. Von Popularmusik und konsumorientierter Technologie bis hin zur Architektur, Mode oder Kochkunst, entfaltet sich Japan heute eher als kulturelle Supermacht, als es dies in den 1980er vermochte, als es eine wirtschaftliche Supermacht war. Eine Frage schleicht sich allerdings ein: Kann Japan aufbauend auf der Beherrschung kultureller Medien in gleicher Weise sein Sendungsbewusstsein in die Welt tragen? Das Anime-Phänomen zeigt, dass es dazu durchaus in der Lage ist. Wie Popularmusik, konsumorientierte Technologie, Architektur, Mode und Kochkunst ist auch das Anime eine einzigartige Kommunikationsform im neuzeit- lichen Japan, deren Entwicklung und Popularität seit dem ersten Anime-Film im Jahr 1917 ein spielartiges, wechselhaftes Ergebnis der komplizierten, wechselseitigen Beziehungen zwischen Staatspolitikern und -ideologen, Künstlern und Fans ist. Dadurch, dass die Anime-Produkte teilweise von der schöpferischen Kraft des individuellen Künstlers abhängig sind, sich teilweise als Ergebnis eines komplexen publikationsabhängigen Entscheidungsprozesses konstituieren, und regelmäßig sowie termingerecht auf den Markt kommen müssen, ähneln sie in gewisser Weise einerseits hochwertigen Veröffentlichungen echter Literatur und andererseits kommerziell bedingten Erscheinungen wie Zeitungen oder Zeitschriften. In der internationalen Anime-Welt wurde das Ghibli Studio im Laufe der letzten 25 Jahren zum Inbegriff erfolgreicher japanischer Animes, einer konstruktiven Kombination ästhetischer Visionen und konsumbedingter Kompromisse. Ghibli (allerdings "gibli" geschrieben) bedeutet auf Italienisch...

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