Show Less

Der kindliche Ich-Erzähler in der modernen Kinderliteratur

Eine erzähltheoretische Analyse mit Blick auf aktuelle Kinderromane

Series:

Regina Hofmann

In Folge eines gewandelten Kindheitsbildes entsteht zu Beginn der 1970er Jahre der moderne Kinderroman. Damit kommt es zu inhaltlichen, thematischen und darstellungstechnischen Veränderungen in der Kinderliteratur und auch zum Durchbruch des «kindlichen Ich-Erzählers». Bislang wurde dieses Phänomen nicht eingehender untersucht. Ziel dieser Studie ist es daher, die Besonderheiten des kindlichen Ich-Erzählens in der Kinderliteratur herauszuarbeiten. Dies geschieht, indem zunächst ein Überblick über Berührungspunkte zwischen Kinderliteraturforschung und Narratologie gegeben wird. Im Anschluss daran werden einzelne kindliche Ich-Erzähler in der Geschichte der deutschen und ins Deutsche übersetzten Kinder- und Jugendliteratur von den Anfängen bis zur Gegenwart vorgestellt. Den Schwerpunkt bildet die Entwicklung eines Analyseinstrumentariums zur Bestimmung, Beschreibung und Untersuchung kindlicher Ich-Erzähler. Anhand von exemplarischen Analysen wird das Phänomen des kindlichen Ich-Erzählens schließlich veranschaulicht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Analysen – Beispiele kindlicher Ich-Erzähler im modernen Kinderroman 192

Extract

192 5. Analysen – Beispiele kindlicher Ich-Erzähler im modernen Kinderroman In Kapitel 4 wurden Kriterien zur Bestimmung von kindlichen Ich-Erzählern benannt sowie Kategorien zur Analyse einzelner Aspekte dieses spezifischen Phänomens beschrieben. Dabei wurde der Frage nachgegangen, durch welche Besonderheiten sich die kinderliterarische Kommunikation im Falle eines kind- lichen Ich-Erzählers auszeichnet, in welchen Genres kindliche Ich-Erzähler auftreten oder auch wie das Verhältnis zwischen dem erzählenden und dem er- zählten kindlichen Ich gestaltet ist. Weiterhin wurde untersucht, anhand welcher Kriterien kindliche Ich-Erzähler als Haupt- oder Nebenfigur beschrieben werden können, welche Aspekte bei der Untersuchung der Rede- und Gedankenwieder- gabe von Bedeutung erscheinen sowie schließlich, inwiefern kindliche Ich- Erzählerfiguren auch als unzuverlässige Erzähler in Erscheinung treten. Schrittweise wurden auf diesem Wege typische Charakteristika des kindlichen Ich-Erzählers herausgearbeitet, und gleichsam wurde damit auch ein Analysein- strumentarium entwickelt, welches bei der Untersuchung einer kindlichen Ich- Erzählerfigur im konkreten Fall als Interpretationshilfe genutzt werden kann. Zwangsläufig bleibt ein solches Instrumentarium, welches zunächst einmal dazu dienen soll, die Gemeinsamkeiten einer möglichst großen Zahl von kindlichen Ich-Erzählern erfassen zu können, bis zu einem gewissen Grade abstrakt und allgemein. Der Vielfältigkeit, dem Facettenreichtum und den Besonderheiten einzelner individuell gestalteter kindlicher Ich-Erzähler wird man auf diese Wei- se nicht gerecht. Dies kann nur durch exemplarische Analysen geschehen. Im Folgenden werden daher die kindlichen Ich-Erzählerfiguren in Martin Balt- scheits Der Winterzirkus (2005), Guus Kuijers Wir alle f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.