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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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1 Einleitung 1

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Einleitung 1 1 Einleitung Das Scheitern der Strategie der Industrialisierung zur Substitution von Importen (ISI), das in den 1980er Jahren in vielen Entwicklungsländern zu beobachten war, hat zu einem Umdenken geführt, in dessen Folge wirtschaftsliberale Refor- men, Demokratisierung und eine zunehmende Integration der Entwicklungs- und Schwellenländer in die Weltwirtschaft stattgefunden haben und weiterhin stattfinden (vgl. Schirm 2002: 103). Als eines der Länder, die stark von der Ver- schuldungskrise der 1980er Jahre betroffen waren, hat Brasilien inzwischen den Wandel zu einer Demokratie vollzogen und die Partizipation der Zivilbevölke- rung zunehmend gestärkt. Wirtschaftsreformen haben die Etablierung einer Marktwirtschaft ermöglicht. Da sich die makroökonomischen Rahmenbedingun- gen durch konsequente Stabilisierungspolitik zusehends verbessern, konnte Bra- silien in den letzten Jahren relativ hohe Wachstumsraten realisieren. Flankiert werden die Bestrebungen zur Stärkung der Demokratie und zum Ausbau der Marktwirtschaft durch die gezielte Nutzung internationaler Beziehungen (vgl. Bertelsmann 2008). Brasilien ist Gründungsmitglied einiger bedeutender internationaler Organisa- tionen wie der Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO1), der Vereinten Nationen (United Nations, UN) und der Organisation Amerikanischer Staaten (Organization of American States, OAS) und somit ein aktives Mitglied der internationalen Gemeinschaft. Seit den 1990er Jahren hat das Land sein internationales Engagement unter Präsident Fernando Henrique Cardoso2 und später unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva3 (kurz: Lula) jedoch noch ver- stärkt. Zum einen wächst die Verantwortungsbereitschaft auch auf internationa- ler Ebene, wie die brasilianische Führung der G-20 im Rahmen der WTO-Ver- handlungen und die...

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