Show Less

Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

Series:

Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5 Methodik und Operationalisierung der Variablen 23

Extract

Methodik und Operationalisierung der Variablen 23 5 Methodik und Operationalisierung der Variablen Die unabhängigen Erklärungsvariablen, mit deren Hilfe das Zustandekommen der Regierungsposition erklärt werden soll, leiten sich aus den in Kapitel 4 auf- gestellten Hypothesen ab. Dabei handelt es sich zum einen um materielle Inter- essen und zum anderen um gesellschaftliche Ideen. Im ersten Schritt soll ihr spe- zifischer Einfluss auf die Regierungsposition untersucht werden. Im zweiten Schritt soll das Verhältnis der beiden Einflussfaktoren zueinander analysiert wer- den. Dabei gilt es insbesondere zu überprüfen, ob und unter welchen Umständen es zu einer Dominanz einer der beiden Variablen über die andere kommen kann. Dieser Ansatz ist jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Ein grund- sätzliches Problem liegt in der phänomenologischen Trennung der Erklärungsva- riablen. Da Interessen grundsätzlich auf Ideen basieren, ist eine strikte Trennung der beiden Variablen konzeptionell schwierig. Andererseits ist sie methodolo- gisch notwendig, um den Einfluss von Interessen und Ideen auf die Regierungs- position jeweils einzeln und im Verhältnis zueinander empirisch nachweisen zu können (vgl. Goldstein / Keohane 1993: 26). Des Weiteren bereitet die empiri- sche Überprüfung der Erklärungsvariablen methodische Probleme. Folglich bil- den die Erarbeitung der methodischen Vorgehensweise und die Operationalisie- rung der Variablen eine wichtige Grundlage der nachfolgenden Untersuchung. 5.1 Operationalisierung der Erklärungsvariablen „Interessen“ Zur Analyse der materiellen Interessen müssen zunächst die relevanten Interes- sengruppen identifiziert werden, die von den Verhandlungsergebnissen betroffen sind und daher möglicherweise versuchen, Einfluss auf die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.