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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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1. Ziel der Forschung

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1.1 Aktueller Wissenstand Heutzutage liegen viele Forschungsarbeiten und Aufsätze über Traumata und ihre Folgen über betroffene Menschen in unterschiedlichen Bereichen vor. Als Beispiel kann hier die Traumatisierung bei Flüchtlingen genannt werden, die sich der Menschenhandelsthematik ein wenig nähert. Diese Traumatisierung ist aber nicht mit den Traumata von Opfern von Frauenhandel gleichzustellen. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass das größte Trauma bei den Flüchtlingen im Heimatland zu Stande kam, die dann ins Ausland emigrierten, um sich davon zu ‚erholen’. Bei Opfern von Frauenhandel fängt dagegen das extreme Trauma im Ausland an. Beiden Gruppen gemein ist der kulturelle Kon- text und die Retraumatisierung während des Aufenthaltes in einem fremden Land. Die Auslöser und Umstände der Traumata sind aber anders. Für einen direkten Vergleich sind daher die meisten Arbeiten kaum geeignet. Es ist eindeutig festzustellen, dass es bisher keine Arbeit gibt, die das Thema Traumatisierung bei Opfern von Frauenhandel explizit aufgreift und ihren Ver- lauf darstellt. Viele der Erscheinungsformen der Traumatisierung sind themen- übregreifend und bestimmt für Opfer von Frauenhandel relevant. Bis jetzt lie- gen aber keine genauen Untersuchungen vor, die eine Spezifität dieser Traumata genauer betrachtet und beschrieben haben. Aktuell sind mir die drei folgenden als einzige Studien bekannt, die auf das Thema in begrenztem Rahmen zugehen: im Bereich Prostitution und die damit verbundenen posttraumatischen Belastungsstörung von Cwickel (2002) aus Isra- el1 und von Farley (2003) aus dem USA2 sowie die zuletzt erschienene im Be- reich Zwangsprostitution von Zimmerman...

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