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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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3. Phänomen des Menschenhandels mit Frauen – Frauenhandel

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In diesem Kapitel werden einführende allgemeine Hintergrundinformationen über Frauenhandel, besonders in Deutschland, dargestellt, um die Komplexität der Problematik aus psychologischer Sicht in den nachfolgenden Kapiteln bes- ser verstehen zu können. 3.1 Definitionen Über den Menschenhandel wird schon seit Jahrzehnten diskutiert, aber so inten- siv, öffentlich und politisch wie heute war die Diskussion noch nie. Was ver- steht man unter Menschenhandel und Frauenhandel? Das Phänomen des Menschenhandels ist schon in der Vergangenheit, insbeson- dere in zahlreichen völkerrechtlichen Verträgen zum Schutz von Menschenrech- ten, behandelt worden. Diese Verträge gehen von unterschiedlichen Definitio- nen des Begriffs des Menschenhandels aus, was deutlich wird an der Konventi- on über die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Prosti- tution52. Diese Konvention wurde nur von wenigen Ländern ratifiziert. Fehlerhaft an dieser Konvention war nämlich, dass sie nicht eindeutig formuliert wurde und eine eindeutige Definition von Menschenhandel fehlte, was dazu führte, dass die Durchsetzung der Konvention zusätzlich zu den ohnehin beste- henden Schwächen der Durchsetzung völkerrechtlicher Verträge noch weiter erschwert wurde53. Seit Anfang der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhun- derts wurde das Phänomen Menschenhandel von der Öffentlichkeit ernsthaft wahrgenommen. Zu dieser Zeit stießen viele Regierungs- und Nichtregierungs- organisationen (NGO)54 auf die Schwierigkeiten in der Arbeit mit den Betroffe- nen, die in der alten Konvention als Opfer nicht aufgenommen worden waren. Dies führte dazu, dass NGOs eigene Definitionen formulierten, die nicht nur 52 Konvention von 1949: “jede Person zu...

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