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Mensch im Dunkel

Eine qualitative Fallstudie zu osteuropäischen Opfern von Frauenhandel- Ein Beitrag zur Psychotraumatologie

Katarzyna Zentner

Bei dieser Fallstudie handelt es sich um die Darstellung und qualitative Analyse der psychischen Gesundheit von Opfern des Frauenhandels aus der psychotraumatologischen Sicht. Durch eine Kombination von drei verschiedenen Methoden, zu der problemzentrierte Interviews, die Aktenanalyse von Beratungs- und Gerichtsdokumenten sowie standardisierte Fragebögen zur klinischen Diagnostik gehörten, wurde vielschichtige komplexe Extremtraumatisierung mit Frauenhandelssyndrom (Syndrom der modernen Sklaverei) bei den Opfern, Jahre nach dem Geschehen, nachgewiesen.

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11. Schlussbetrachtung

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Aufgrund der erhobenen Daten und den daraus folgenden Ergebnissen kann gesagt werden, dass die qualitative Fallstudie mit ihrer Untersuchung das Ziel der Forschungsarbeit, nämlich die Darlegung der Traumatisierung bei Opfern von Frauenhandel aus Osteuropa, erreicht wurde. Durch das kleine Sampling von Probandinnen (9 Frauen) konnte eine genaue Untersuchung im Bereich der Psychotraumatologie geführt werden. Auch die intensive Auseinandersetzung mit der spezifischen Traumatisierung bei Opfern von Frauenhandel und ihrer Form wurde hierdurch mit Hilfe qualitativer Forschungsmethoden möglich. Durch die Ergebnisse, die in den Einzelfällen den strukturellen Zusammenhang zwischen der traumatischen Situation, der Reaktion und dem traumatischen Prozess nachweisen, wird deutlich, dass dieser bis jetzt unerforschte Bereich zu dem speziellen und differenziellen Zweig der Psychotraumatologie gehört. Bei der Frage nach der Form der Traumatisierung wird festgestellt, dass es sich um die komplexe Extremtraumatisierung bei Opfern von Frauenhandel handelt. Es wird auch ersichtlich, dass die Langzeitfolgen mit den traumatischen Ereignissen verbunden sind. Zu den hierarchisierten und vielschichtigen Traumata, die die Opfer erlebten, gehören: an erster Stelle die Zwangsprostitution, dann die damit verbundenen Vergewaltigungen sowie körperliche Gewalt, psychischer Druck, „Bordellgefangenschaft“, Mordversuche und organisierte sexuelle Ausbeutung (siehe Abbildung 2 im Kap. 4.3). Diese Traumata verstärken sich wechselseitig, treten nacheinander oder fast gleichzeitig ein und sind für die Opfer lebensbe- drohlich. Sie bilden bei den Betroffenen bestimmte postexpositorische Reaktio- nen, die durch Verleugnung, Intrusionen, Flashbacks, Angst-Schreck-Zustand, emotionale Reaktion, Todesangst, Derealisation und Depersonalisation zu er- kennen sind. Diese aktuellen Traumata mit den darauffolgenden Reaktionen sind so extrem und...

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