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Ökonomik des Handels mit Umweltrechten

Umweltökonomische Grundlagen, Instrumente und Wirkungen – insbesondere in der EU

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Barbara Lueg

Die Menge an Treibhausgasemissionen ist in den letzten 150 Jahren stark gestiegen, wobei deutlich ist, dass die anthropogen verursachten Einflüsse eine wichtige Rolle spielen. Eine Annäherung an «die Umwelt» aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht zeigt u. a., dass durch das Auseinanderfallen der privaten und sozialen Kosten bei negativen externen Effekten umweltbelastende Güter in zu großem Maß eingesetzt werden. Es kommt auf diese Weise zu einer Fehlallokation am Markt. Aus theoretischer Sicht stehen mehrere Instrumente zur Verfügung, um externe Effekte zu internalisieren. In der Arbeit werden sieben dieser Instrumente ausgewählt und hinsichtlich ihrer ökologischen Effektivität und ökonomischen Effizienz überprüft. Das Instrument «Emissionshandel» erfüllt beide Kriterien. Diese Arbeit entwickelt ferner eine optimale Ausgestaltung des europäischen Emissionshandelssystems. Dabei werden neben rein theoretischen Überlegungen auch die politischen Seiten des Umweltschutzes beachtet.

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3. Ökonomische Ursachen des Umweltproblems 65

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3. Ökonomische Ursachen des Umweltproblems 3.1 Umwelt – als ein öffentliches Gut Um unterschiedliche Güter in der Ökonomie klassifizieren zu können, werden diese nach Kriterien in Gruppen unterteilt. Eine Möglichkeit der Einteilung ist, sie in vier Hauptgrup- pen zu unterteilen. Nach dieser Einteilung gibt es „private Güter“, „Klubgüter“, „Quasikol- lektivgüter“ und „öffentliche Güter“. Zwei Klassifikationskriterien sind aus allokationstheore- tischer Sicht für die Charakterisierung dieser Güter entscheidend. Zum einem ist dies der Grad der privatrechtlichen Exkludierbarkeit (Grad der Ausschlussmöglichkeit) und zum anderen der Rivalitätsgrad (Grad der Konsumrivalität).224 Die Privatrechtliche Exkludierbarkeit bedeutet, dass nur Nachfrager, die gewillt sind, den Marktpreis zu zahlen, in den Besitz eines Gutes kommen und andere vom Erwerb und der Nutzung ausgeschlossen werden.225 Anders ausgedrückt gibt der Grad der Exkludierbarkeit an, ob der Ausschluss von nicht zahlungswilligen, potenziellen Nutzern zu vertretbaren Kos- ten mit privatrechtlichen Mitteln möglich ist. Ist dies möglich, wird dem Exkludierbarkeits- grad der Wert „eins“ zugeschrieben. Ist eine Exklusion nicht möglich, beträgt der Wert „null“.226 Der Rivalitätsgrad bezeichnet die Rivalität im Konsum zwischen Wirtschaftsakteuren. Ri- valität entsteht, wenn ein Konsument ein Gut verbraucht und es dadurch einem anderen Konsumenten nicht mehr zur Verfügung steht. Dies ist auf die Existenz von Kapazitätsgrenzen zurückzuführen.227 Bei Nicht-Rivalität verursacht die Nutzung durch einen zusätzlichen Nach- frager nur unerhebliche beziehungsweise gar keine Grenzkosten.228 Besteht Verwendungsriva- lität zwischen den Nachfragern, dann hat der...

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