Show Less

Karl Konrad Werner Wedemeyer (1870-1934)

Ein Juristen- und Gelehrtenleben in drei Reichen- Eine Biographie

Series:

Dirk Henning Hofer

Das Buch beschreibt Leben und Wirken des Karl Konrad Werner Wedemeyer, Professor für Römisches, Bürgerliches, Arbeits- und Zivilprozessrecht im Kaiserreich, der Weimarer Republik und sein Schicksal im Dritten Reich. Einbezogen wird die Zeitgeschichte, insbesondere die Geschichte der Universität Kiel und deren juristischen Fakultät und ihres Lehrkörpers. Dazu ergeben sich interessante Einblicke aus dem Schriftwechsel mit Gustav Radbruch, Walter Jellinek und Hermann Kantorowicz zur Zeitgeschichte und der Situation der Universität und der Fakultät in der jeweiligen Zeit. Dargestellt wird das Schicksal eines kaisertreuen Preußen, der sich nach dem Zusammenbruch der Monarchie für die Weimarer Republik einsetzt und im Dritten Reich scheitert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

III. Drittes Reich von 1933 bis 1934 mit Ausblick auf die Entwicklung der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät in den Folgejahren

Extract

1 Ende der Lehrtätigkeit und eines erfüllten Professorenlebens Am 30. Januar 1933 wird Hitler zum Reichskanzler und Führer des NS- Staates ernannt. Die nationalsozialistische Machtergreifung bedeutete für die Kieler Universität einen folgenschweren Umbruch und für Wede- meyer die unfreiwillig freiwillige Beendigung seiner Lehrtätigkeit. a) Aggressionen gegen jüdische Professoren und Andersdenkende Während die letzten Wochen des Wintersemesters 1932/33 an den meis- ten Universitäten relativ ruhig verliefen, wurde in Kiel die Universität auf Senatsbeschluss vom 11. bis 14. Februar 1933 geschlossen, weil die Hochschulgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei äußerst aktiv und aggressiv war, mehrtägige Protest- und Hörerstreiks veranlasste und es zu unerfreulichsten Differenzen zwischen den Studen- ten und dem Rektor Skalweit um die Anerkennung der Freien Kieler Stu- dentenschaft (FKSt) als offizielle Studentenvertretung mit tumultartigen Unruhen auf dem Universitätsgelände gekommen war. Zum Entsetzen von Wedemeyer waren im Februar 1933 an der Rechts- und Staatswis- senschaftlichen Fakultät Aushänge mit Pamphleten gegen die „zu achtzig Prozent verjudete Professorenschaft“ angebracht worden571. Die Studen- tenschaft hatte für das Sommersemester 1933 neben anderen unerfüllba- ren Wünschen eine testatfähige Vorlesung über Kriegsgeschichte und Wehrpolitik gefordert572. Mit großer Sorge wird Wedemeyer die Ermor- dung des Juden, Rechtsanwalts und Sozialdemokraten Wilhelm Spiegel zur Kenntnis genommen haben, dessen Tod eine Vorahnung auf das er- weckt haben dürfte, was unter dem neuen Regime auf die politisch an- 571 Eckert, Die Juristische Fakultät im Nationalsozialismus, in Prahl, Uniformierung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.