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Das Juditbuch im Wien des 17. und 18. Jahrhunderts

Exegese – Predigt – Musik – Theater – Bildende Kunst

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Elisabeth Birnbaum

Die Studie erschließt aus umfangreichem Quellenmaterial des 17. und 18. Jahrhunderts bibelwissenschaftliche und künstlerische Interpretationen des Juditbuches im historischen und kulturellen Umfeld Wiens. Sie klärt unter anderem den Zusammenhang der besonderen Beliebtheit des Juditbuches mit den zahlreichen kriegs- und seuchenbedingten Notsituationen der Stadt. Ebenso wird die Verbindung zwischen der einseitig tugendhaften Stilisierung Judits und der Thronbesteigung Maria Theresias verdeutlicht. Die Veröffentlichung dreier bislang ungedruckter Oratorienlibretti rundet den Band ab.

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Judit in Verkündigung und Predigt 103

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Judit in Verkündigung und Predigt Vorbemerkungen Allgemeines zur Predigt Die katholische Predigt im Barock ist noch nicht lange Gegenstand der For- schung. Früher oft als minderwertige Literatur unterschätzt, beginnt man aber nun den Wert der Gattung zu erkennen. Bahnbrechende Forschungsarbeit leiste- ten hier vor allem Urs Herzog in seinem Buch: „Geistliche Wohlredenheit – Die katholische Barockpredigt“ (München 1991) und Franz M. Eybl in seiner Habi- litationsschrift über Abraham a Sancta Clara. Herangehensweise der Barockpredigt Die katholische Barockpredigt kennt eine strenge Herangehensweise.194 Aus- gangspunkt ist das Thema der Predigt: Die Perikope zum Tag oder ein bestimm- tes Fest oder ein anderer Anlass gibt das Thema vor. Nun folgt die inventio: Der Prediger sucht die passenden Gedanken zu dem Thema, aus der Erinnerung, sei- ner eigenen Erfahrung und mithilfe von geeigneter Literatur: An erster Stelle steht natürlich die Bibel, aber auch Exegeten-Schriften, Predigtsammlungen, die Schriften der Kirchenväter etc. dienen diesem Zweck. Hat der Prediger die Ge- danken gesammelt, ordnet er sie, verfasst also ein Konzept, die dispositio. Da- nach wird an der sprachlichen Ausformung der Gedanken gearbeitet, an der elo- cutio. Schließlich wird die Rede auswendig gelernt (memoria) und gehalten (pronuntiatio). Ziel der Predigt Die Autorität schöpfte der katholische Prediger dabei nicht nur aus der Bibel selbst, sondern auch aus der Tradition. Dadurch sah er sich auch im Besitz der Wahrheit und war letztlich nicht mehr kritisierbar.195 Das Ziel der Predigt war zu belehren und zu bewegen (docere et movere), bei festlichen Anlässen...

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