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Die Ausbreitung des Buddhismus in Süd- und Südostasien

Eine quantitative Untersuchung auf der Basis epigraphischer Quellen

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Karl-Heinz Golzio

Diese Darstellung der Ausbreitung des Buddhismus und ihre quantitative Erfassung stützt sich in erster Linie auf epigraphische Quellen und andere Artefakte seit der Zeit des indischen Königs Aśoka (reg. 268 bis nach 240 n. Chr.), die in Kontrast zu den Inselchroniken Śrī Lankās und anderen Schriftquellen gesetzt werden, die viele Jahrhunderte (bis zu 700-800 Jahren) nach den referierten tatsächlichen und vermeintlichen Ereignissen entstanden. Der Aspekt der Quantifizierung kann nur selten in absoluten Zahlen dargestellt werden (bei den Berichten chinesischer Pilgermönche), sondern wird in der Hauptsache durch die Fülle (oder auch das Fehlen) der oben genannten Quellen erläutert. Gradmesser ist deren Dichte während bestimmter historischer Epochen. Quantifizierung bedeutet daher zumeist nichts anderes als den Nachweis der Existenz von Buddhisten an bestimmten Orten oder Regionen und darüber hinaus in vielen Fällen den ihrer dominierenden Stellung für einen gewissen Zeitraum.

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TEIL II: SÜDOSTASIEN

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Frühe Ausbreitung des Buddhismus in Südostasien Obwohl es möglicherweise schon sehr früh Kontakte zwischen dem indischen Subkonti- nent und Südostasien gegeben hat, bestehen die ersten sicheren Zeugnisse aus Münzen, Skulpturen und mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch aus Inschriften. Durch diese Kontakte kamen zahlreiche Kulturgüter in diesen Raum, darunter auch die Religio- nen wie Śivaismus, Viṣṇuismus und Formen des Buddhismus, noch bevor Schriftsysteme und Sprachen (vornehmlich Sanskrit, aber auch Pāli) erkennbar (weil an Inschriften ablesbar) übernommen wurden. Die frühesten Funde datieren aus dem jetzt vornehmlich als „Handelsreich“ be- zeichneten Fúnán 扶南 , in dessen Hafen Oc Eo Goldanhänger, die römische Münzen nachahmen, gefunden wurden: einer ist eine Kopie eines Goldaureus des Kaisers Antoni- nus Pius (reg. 138-161) aus dem Jahr 152, ein anderer wohl eine Kopie einer Münze des Commodus (reg. 180-192) aus dem Jahre 192 (Borell 2006, 170-172). Da in Indien noch bis in das 6. Jh. römische Münzen imitiert wurden, könnern diese Anhänger auch in der Zeit vom 4. bis 6. Jh. entstanden sein. Für die frühe Zeit sind chinesische Annalenwerke die einzigen schriftlichen Quellen, die uns Auskunft über die Region des Mekong-Deltas und seines Hinterlandes für die Zeit vor der Entstehung einer eigenen Epigraphik geben. In der Handelsstadt Oc Eo wurden Votivsiegel, Ringe und Rechtecke aus verschiedenen Metallen, die Brāhmī-Schriftzeichen enthalten, gefunden. Sie sind Zeugnisse des Bud- dhismus und reichen bis in das...

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