Show Less

Gesetzliche Regelung zur Verständigung im Strafverfahren

Kann der Strafprozess im Geiste der StPO von 1877 gerettet werden?

Series:

Lars Hildebrandt

Diese Arbeit untersucht, ob die aufgedeckte Verständigungspraxis im Strafprozess sowie die Gesetzesreform vom 04.08.2009 zur Regelung der Verständigung im Strafverfahren, sich mit dem Grundgesetz und der Strafprozessordung vereinbaren lassen und ob die Gesetzesreform eine taugliche Regelung dieser Praxis darstellt. Dabei wird deutlich, dass einfache Erklärungsansätze der Komplexität des Themas nicht gerecht werden. Die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der Verständigungspraxis ergibt, dass diese gegen eine ganze Reihe von Verfassungsgrundsätzen verstößt und auch die Gesetzesreform diese Verstöße allenfalls abmildern, aber nicht vermeiden kann. Dasselbe Ergebnis ergibt die Prüfung der Vereinbarkeit mit dem geltenden Strafprozessrecht. Der Verfasser arbeitet zudem heraus, dass die Verfahrensbeteiligten sich bei der Durchführung von Verständigungen, in der üblichen Form und keinesfalls nur in Ausnahmefällen, strafbar machen und kommt zu dem Schluss, dass die Gesetzesreform nicht geeignet ist, dem Problemkomplex der Verständigung im Strafverfahren zu begegnen. Weiterhin werden Regelungsvorschläge der Literatur diskutiert, mit dem Ergebnis, dass keiner der bisher veröffentlichten Vorschläge zur Lösung aller relevanten Aspekte des Themas geeignet ist. Den Abschluss der Arbeit bildet dementsprechend ein eigener Lösungsvorschlag in Form von Leitlinien für einen Gesetzentwurf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Inhaltsverzeichnis

Extract

Abkürzungsverzeichnis .......................................................................................15 A Einführung .......................................................................................................17 A.1 Anlass zur Anfertigung der Arbeit ............................................................................... 17 A.2 Forschungsfrage ........................................................................................................... 22 B Untersuchungsgegenstand ...............................................................................23 B.1 Begriffsklärung ............................................................................................................. 23 B.2 Das „plea bargaining“ in den USA ............................................................................... 28 B.2.a Erscheinungsbild .................................................................................................... 28 B.2.b Erklärungsansätze .................................................................................................. 31 B.2.c Kritik ...................................................................................................................... 31 B.2.d Zusammenfassung ................................................................................................. 33 B.3 Empirische Untersuchungen ......................................................................................... 33 B.3.a Leitfaden-Interviews durch Hassemer/Hippler (1986) .......................................... 34 B.3.b Forschungsprojekt der Universität Mannheim 1986/1987 .................................... 35 B.3.c Studie zum Vergleich mit dem Wirtschaftsstrafrecht, Lüdemann/Bußmann ........ 37 B.3.d Sioleks Studie am Landgericht Hildesheim ........................................................... 38 B.3.e Untersuchung zur Praxis der Absprachen in Wirtschaftsstrafverfahren 2007 ....... 39 B.3.f Zusammenfassung .................................................................................................. 41 B.4 Ursachen der Verständigungspraxis .............................................................43 B.4.a Arbeitsbelastung und deren Ursachen ................................................................... 43 B.4.b Strafziele ................................................................................................................ 48 B.4.c Ende des Obrigkeitsstaates .................................................................................... 49 B.4.d Strukturschwäche der Hauptverhandlung .............................................................. 50 B.4.e Zusammenfassung ................................................................................................. 52 C Die Verständigung im geltendem Recht ..........................................................55 C.1 Vereinbarkeit mit Verfassungsrecht ............................................................................. 55 C.1.a Art. 101 I GG „Gesetzlicher Richter“ .................................................................... 55 C.1.b Art. 92 GG „Richtervorbehalt“ .............................................................................. 56 C.1.c Art. 103 I GG „Rechtliches Gehör“ ....................................................................... 56 C.1.d Der „fair-trial“- Grundsatz ..................................................................................... 57 12 C.1.e Der Gleichbehandlungsgrundsatz .......................................................................... 60 C.1.f Die Unschuldsvermutung ....................................................................................... 61 C.1.g Der Grundsatz „in dubio pro reo“ .......................................................................... 65 C.1.h Schuldgrundsatz ..................................................................................................... 67 C.1.i Zusammenfassung .................................................................................................. 68 C.2 Vereinbarkeit mit geltendem Strafprozessrecht ........................................................... 68 C.2.a Legalitätsprinzip, § 152 II StPO ............................................................................ 69 C.2.b Unmittelbarkeitsgrundsatz, §§ 250, 261 StPO ...................................................... 72 C.2.c Der Amtsermittlungsgrundsatz gem. § 244 II StPO .............................................. 79 C.2.d Der Öffentlichkeitsgrundsatz gem. § 169 GVG .................................................... 85 C.2.e Das Mündlichkeitsprinzip, §§ 261, 264 StPO ....................................................... 90 C.2.f Beeinträchtigung der Willensentschließungsfreiheit, § 136, 136a StPO ............... 91 C.2.g Befangenheit des Gerichts, § 24 StPO ................................................................... 96 C.2.h Zusammenfassung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.