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Spanisches Anwaltshaftungsrecht

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Ingo Müller

Die Arbeit erschließt erstmals das spanische Anwaltshaftungsrecht in deutscher Sprache und setzt sich zugleich mit der spanischen Doktrin kritisch auseinander. Im Mittelpunkt der Bearbeitung steht die besonders praxisrelevante zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts, die eine umfassende Erörterung erfährt. Ergänzend werden außerdem die Grundlagen seiner disziplinar- und strafrechtlichen Haftung dargestellt. Die Untersuchung zeigt, dass den strukturellen Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Recht auch erhebliche Unterschiede gegenüberstehen, von der Zweiteilung des Anwaltsberufs bis zur Ersatzfähigkeit von Chancen, die der Mandant durch die Pflichtverletzung des Anwalts verloren hat. Praxisnahe Erläuterungen zu Haftungsvereinbarungen und zur Berufshaftpflichtversicherung runden die Arbeit ab.

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Einleitung 1

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1Einleitung Errare humanum est, sagt der Lateiner; das gilt auch für den Anwalt1, möchte man ergänzen. Zwar führt beileibe nicht jeder anwaltliche Fehler auch zu dessen Haftung, doch ist die Gefahr, etwa vom eigenen Mandanten in Regress genom- men zu werden, heute nur allzu real. Den deutschen Anwalt mag es trösten, dass es seinem spanischen Kollegen in dieser Hinsicht nicht besser, sondern eher sogar schlechter ergeht, wie die vorliegende Untersuchung zeigen wird. So gewährt die spanische Rechtspre- chung teilweise auch dann Schadensersatz, wenn unklar ist, ob die anwaltliche Pflichtverletzung einen Schaden beim Mandanten verursacht hat – das gibt es in Deutschland nicht. Doch nicht nur die rechtliche, sondern auch die wirtschaftliche Situation des spanischen Anwalts ist schwierig: Zwar lag die Anwaltsdichte in den südeuropä- ischen Ländern generell und in Spanien speziell schon immer deutlich über deutschen Verhältnissen.2 Nachdem der Anwaltsmarkt in Spanien aber zwischen 1990 und heute eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland genommen, d.h. sich die Zahl der zugelassenen Anwälte in Spanien etwa verdoppelt hat,3 ist die Lage noch angespannter als früher. Ein erschreckendes Beispiel bietet die Co- munidad Madrid, in der zwar rund 48.000 Anwälte tätig sind, aber nur etwa 16.000 Taxifahrer.4 Die Auswirkungen dieser Entwicklung erinnern ebenfalls an den deutschen Markt: Die als Einzelkämpfer tätigen Feld-Wald- und Wiesen-Anwälte sterben aus; immer mehr Anwälte spezialisieren sich zur Abgrenzung von den Wettbewer- bern auf ein bestimmtes Fachgebiet und arbeiten mit anderen...

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