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«I’m a Hindu and I’m a Swaminarayan»

Religion und Identität in der Diaspora am Beispiel von Swaminarayan-Frauen in Großbritannien

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Gabriele Reifenrath

Diese Studie beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung angestammter Religionen für Migranten und Diaspora-Angehörige am Beispiel von Frauen des Bochasanwasi Akshar Purushottam Sanstha in Großbritannien. Anhand biographischer Interviews werden individuelle Beweggründe solcher Rückbesinnungsprozesse und Aneignungsstrategien untersucht. Dabei zeigt sich, dass persönliche Erfahrungsaufschichtungen und konkrete Lebensfragen der Anlass für eine (erneute) Selbstzuordnung zu der eigenen religiös-kulturellen Gemeinschaft sind. Diese bietet emotionale Sicherheit und Sinnorientierungen. Während kollektive Deutungsmuster dabei zum Teil übernommen werden, entwickeln die Frauen bei Handlungsmustern individuelle Anpassungsstrategien an das soziale Umfeld. Von Bedeutung sind jedoch auch die symbolische Repräsentation in Form des prestigeträchtigen Shri Swaminarayan Mandir in London und die modernitätsförmige Organisation dieser hinduistischen Religionsgemeinschaft.

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1. Einleitung: Methodik und Forschungsprofil 10

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Kapitel 1 10 1. Einleitung: Methodik und Forschungsprofil Die vorliegende Studie untersucht Prozesse der Identitätsbildung an einem konkreten Gegenstandsbereich: Frauen in der Londoner Gemeinde des Bocha- sanwasi Akshar Purushottam Sanstha, einer 1906 gegründeten Abspaltung der Swaminarayans, stehen im Spannungsfeld zwischen den Herausforderungen einer individualistischen, westlichen Gesellschaft und der auch in der Diaspo- rasituation sehr traditionell geprägten Religiosität der Swaminarayans. For- schungsleitend ist die Frage, wie die Frauen der Swaminarayans ihre soziale bzw. kollektive und personale Identität bilden und in welcher Weise dabei Handlungs- und Wissenselemente des historisch ausgearbeiteten Religionssys- tems subjektiv verarbeitet und für die Suche nach einer separaten, spezifisch hinduistischen Identität in einem fremdkulturellen Umfeld genutzt werden. Um die Themenstellung bearbeiten zu können, wurden empirische Unter- suchungsmethoden aus dem Bereich der qualitativen Sozialforschung gewählt, die in dem folgenden Unterkapitel (1.2.1) nach einem Überblick über die Aus- gangspunkte und den Aufbau der Arbeit (1.1) näher erläutert werden. Zur bes- seren Orientierung über den gesamten Themenkomplex folgen Kurzbiogra- phien der Frauen (1.2.2), auf denen diese empirische Studie beruht und ein kurzer Abriss zur Geschichte der hinduistischen Diaspora (1.3). Zum Abschluss werden in einem theoretischen Rahmen zentrale Konzepte von Diaspora, Iden- tität und Religion erörtert, die dieser Arbeit zur Beantwortung der For- schungsfrage zugrunde liegen (1.4). 1.1 Ziel, Ausgangspunkte und Aufbau der Arbeit Die Frage nach der Funktion von Religion im Kontext von Migration und Dias- pora ist das Thema der vorliegenden Arbeit. Im Zentrum der Fragestellung steht das...

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