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«I’m a Hindu and I’m a Swaminarayan»

Religion und Identität in der Diaspora am Beispiel von Swaminarayan-Frauen in Großbritannien

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Gabriele Reifenrath

Diese Studie beschäftigt sich mit der zunehmenden Bedeutung angestammter Religionen für Migranten und Diaspora-Angehörige am Beispiel von Frauen des Bochasanwasi Akshar Purushottam Sanstha in Großbritannien. Anhand biographischer Interviews werden individuelle Beweggründe solcher Rückbesinnungsprozesse und Aneignungsstrategien untersucht. Dabei zeigt sich, dass persönliche Erfahrungsaufschichtungen und konkrete Lebensfragen der Anlass für eine (erneute) Selbstzuordnung zu der eigenen religiös-kulturellen Gemeinschaft sind. Diese bietet emotionale Sicherheit und Sinnorientierungen. Während kollektive Deutungsmuster dabei zum Teil übernommen werden, entwickeln die Frauen bei Handlungsmustern individuelle Anpassungsstrategien an das soziale Umfeld. Von Bedeutung sind jedoch auch die symbolische Repräsentation in Form des prestigeträchtigen Shri Swaminarayan Mandir in London und die modernitätsförmige Organisation dieser hinduistischen Religionsgemeinschaft.

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3. Der Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Sanstha in der Diaspora 115

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BAPS in der Diaspora 115 3. Der Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Sanstha in der Diaspora Das Guinness-Buch der Rekorde verzeichnete den Swaminarayan-Tempel in Neasden, einem nordwestlichen Stadtteil der britischen Hauptstadt London, 2000 als den größten hinduistischen Tempel außerhalb des indischen Subkon- tinents.1 Ohne finanzielle Unterstützung von außen hat die Swaminarayan Hindu Mission, wie sich BAPS in Großbritannien nennt, mit dem Bau einer ganz im Gujarati-Stil gehaltenen Kultstätte und dem dazugehörigen Versamm- lungsraum (havel ) für viertausend Personen ein viel besuchtes und für die Identitätspolitik nicht nur des BAPS und nicht nur des Diasporahinduismus, sondern für den Hinduismus auch in seinem Heimatland bedeutsames Bau- werk erstellt. Seit der Eröffnung ist der Tempel zum einen zum Symbol der weltweiten Präsenz eines selbstbewussten Hinduismus, zum anderen aber auch zu einem Denkmal der neuen Multikulturalität der britischen Hauptstadt geworden. In einer stark säkularisierten Umwelt wird er wegen des Reizes des Exotischen nicht nur von gläubigen Hindus, sondern ebenso von zahlreichen Touristen besucht. Obwohl der Shri Swaminarayan Mandir nur einen be- stimmten Vaiava-sapradya präsentiert, markieren die Swaminarayans mit diesem Tempel bewusst ihren Status als Repräsentanten des Diasporahinduis- mus über ihre eigene Schultradition hinaus.2 Für den Hinduismus in Großbri- tannien ist er zu einem wichtigen Knotenpunkt geworden. Mit dieser Präsenz im öffentlichen Raum haben britische Hindus nach au- ßen ihre religiöse Identität markiert, nach innen einen Raum geschaffen, in dem sie ihre Religion und...

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