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Schuldlose Verantwortung

Vorgaben der Hirnforschung für Ethik und Strafrecht

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Michel Julien Friedman

Das Buch nimmt den von Hirnforschern vorgeschlagenen naturalistischen Standpunkt ein. Es fragt nach dessen Plausibilität hinsichtlich der Begründung unseres Schuldstrafrechts und den damit verbundenen Grundlagen philosophischer Ethik. Dabei erinnert sein Autor daran, dass unsere herrschenden Ethiken ein moralisierendes Werturteil unkritisch voraussetzen. Der Grund der Ethik scheint jenseits der Naturerklärungen zu liegen und sie erklären sich jeweils a priori für gut. Diese Zirkelhaftigkeit der Begründung von Ethik in den Konzepten einer Vernunftethik ist in den biologischen Begründungen von Ethik und Moral überwunden. Ethik und Moral fügen sich vollständig in den Nutzen der Lebensfunktionen menschlicher Individuen und ihrer sozialen Gemeinschaft ein. Der Autor spricht sich dafür aus, den Sinn juristischer Konzepte von Schuld und Strafe als eine Herausforderung anzunehmen, statt sie als eine Bedrohung für herrschende Systeme abzuwehren.

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Inhaltsverzeichnis

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Vorwort von Klaus-Jürgen Grün ................................................................... 9 Einleitung ....................................................................................................... 11 1. Idealismus contra Naturalismus ................................................................ 19 1.1 Die Grundproblematik ........................................................................ 19 1.2 Die Unterscheidung zwischen Ursachen und Gründe ........................ 27 1.3 Was sind Werte? ................................................................................. 30 1.4 Das unbegründete Festhalten am Leib-Seele-Problem ....................... 34 1.4.1 Grundsätzliches ......................................................................... 34 1.4.2 Präsenz des Leib-Seele-Problems in der öffentlichen Vertei- digung der Willensfreiheit ........................................................ 41 2. Die Unvollständigkeit normativer Ethiken ................................................ 49 2.1 Idealismus und Materialismus ............................................................ 49 2.2 Ethische Probleme .............................................................................. 53 2.3 Das Paradigma der Ethik Kants .......................................................... 59 2.3.1 Die Vorstellung einer reinen moralischen Gesinnung und ihre Unhaltbarkeit ............................................................................ 64 2.3.2 Vermeintlich empiriefreie Sittlichkeit ....................................... 72 2.3.3 Menschenrechte, natürlich begründet ....................................... 78 2.3.4 Kryptoreligiöse Implikationen im Gedanken der Menschen- rechte ......................................................................................... 83 2.4 Das Unbehagen am Paradigma Kants in der naturalistischen Lite- ratur .................................................................................................... 92 2.5 Voraussetzungen der Überwindung des kantschen Paradigmas ......... 100 2.6 Biologische Bezüge ............................................................................ 104 3. Überwindung des Paradigmas der Ethik Kants ......................................... 121 3.1 Gerhard Roths Vorschläge zu einer neuen naturalistischen Theorie des Handelns ...................................................................................... 121 3.2 Die rechtsphilosophische Perspektive ................................................ 131 3.3 Aporien der vernunftethischen Begründung der Menschenrechte ..... 142 3.4 Unplausibilitäten im Begriff eines freien Willens .............................. 151 8 3.5 „Schädelbohrer und zudringliche Neurologen“ .................................. 157 3.6 Die Entlarvung der religiösen Wurzeln im Begriff der Willensfrei- heit durch Schopenhauer und Nietzsche ............................................. 172 3.6.1 Schopenhauer ............................................................................ 172 3.6.2 Nietzsche ................................................................................... 177 3.7 Ungerechtfertigte Abwehr des Naturalismus ..................................... 190 4. Ethik, Verantwortung und Schuld ohne die Ideologie einer reinen Ver- nunft .......................................................................................................... 195 4.1 Unbegründete Angst vor dem Verlust der Menschlichkeit ................ 195 4.2 Politische Entscheidungen .................................................................. 196 5. Die theologischen Restbest...

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