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Geheimsprachen in Mittel- und Südosteuropa

Edited By Christian Efing and Corinna Leschber

Nicht selten verwenden wir im Alltag Wörter wie pennen (schlafen) oder Kohldampf (Hunger), ohne zu wissen, dass sie ursprünglich aus sogenannten Geheim- und Sondersprachen stammen. Dabei werden bzw. wurden solche Geheimsprachen fast überall in Europa gesprochen. Dieser Band versammelt Aufsätze vor allem zu Geheimsprachen in Mittel-, Ostmittel- und Südosteuropa und deckt thematisch die ganze Bandbreite der Sondersprachenforschung ab – von theoretischen Fragen wie der Einordnung der Sondersprachen in das Varietätensystem über Sondersprachliches in der Literatur, historische Quellen von Sondersprachen, die lexikographische Erfassung rotwelschen Wortgutes in Dialektwörterbüchern und die empirische Erhebung letzter, heute noch feststellbarer Reste verschiedener Sondersprachen bis hin zu geheimsprachlichen Strukturen im aktuellen Sprachgebrauch von Roma.

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CHRISTIAN EFING (Heidelberg) - Die Stellung der Sondersprachen im Varietätengefüge des Deutschen – mit besonderem Fokus auf die Rotwelsch-Dialekte des Deutschen - 9

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Christian Efing (Heidelberg) Die Stellung der Sondersprachen im Varietätengefüge des Deutschen – mit besonderem Fokus auf die Rotwelsch-Dialekte des Deutschen 1. Einleitung Bis heute gibt es kein umfassendes und befriedigendes Modell des Varietätenge- füges des Deutschen1, und vermutlich kann es ein solch generelles Modell, das allen Zwecken gerecht wird und das alle Varietäten des Deutschen in den Blick nimmt und zusammenfasst, auch gar nicht geben. Vermutlich lässt sich jeweils nur ein spezifischer, für eine bestimmte Frage relevanter Teilbereich aus einer je spezifischen Perspektive modellieren2. Dies soll im Folgenden aus der Sicht der Sondersprachenforschung mit der Einordnung der Sondersprachen, insbesondere der Rotwelsch-Dialekte, in das Varietätengefüge des Deutschen geschehen. Die Stellung der Sondersprachen ist – außerhalb der Sondersprachenfor- schung – in der Soziolinguistik bisher wenig beschrieben, was nicht zuletzt da- rin begründet liegt, dass die Sondersprachenforschung in der jüngeren Linguistik intensiv und systematisch erst seit Mitte der 1980er (Jugendsprache) bzw. An- fang der 1990er Jahre (Rotwelsch-Dialekte) betrieben wird3. In beiden Auflagen des Soziolinguistik-Handbuchs der HSK-Reihe von 11987 bzw. 220044 fehlt ein eigener Artikel „Sondersprachen“ beispielsweise gänzlich; im jeweiligen Artikel „Varietät“ wird von BERRUTO diesbezüglich lediglich auf den/die Artikel zu „Fachsprachen(forschung)“ verwiesen, obwohl er den Sondersprachen gleich- zeitig explizit eine „besondere Stellung“ zuweist, da diese „häufig sowohl Gruppenvarietäten sind (und folglich auf der diastratischen Achse liegen) als auch diaphasische Varietäten“5. 1 Vgl. speziell zur Soziolinguistik auch die Einschätzung von LÜDTKE/MATTHEIER (2005: 20), dass es...

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