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Kriegs- und Nachkriegskindheiten

Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser

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Edited By Gabriele von Glasenapp and Hans-Heino Ewers-Uhlmann

Die Beiträge dieses Bandes beschäftigen sich mit der Allgemein- wie der Kinder- und Jugendliteratur als einem zentralen Erinnerungsmedium an Kindheit und Jugend während des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Fokussiert werden die teilweise traumatisierenden Erlebnisse: Zum einen aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven, wobei der nationale Referenzrahmen neben deutschsprachigen auch europäische wie außereuropäische Perspektiven umfasst. Zum anderen werden die literarischen Kindheitsdarstellungen einzelner Länder unter dem Aspekt von Selbst- und Fremdwahrnehmung gesehen. Die einzelnen Aufsätze gehen zur Erinnerungskultur im Allgemeinen, behandeln einzelne Autoren und befassen sich mit der Tradierung von Texten, Aspekten nationaler Literaturpolitik sowie Fragen der literarischen Vermittlung.

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Das Kind als Augenzeuge. Kriegs- und Nachkriegszeit in der niederländisch-historischen, -pädagogischen und -literarischen Öffentlichkeit 267

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Piet Mooren (Tilburg) Das Kind als Augenzeuge. Kriegs- und Nachkriegszeit in der niederländisch-historischen, -pädagogischen und -literarischen Öffentlichkeit Die Erfahrungen von Kindern, die während des Zweiten Weltkrieges Augenzeu- ge von Kriegshandlungen wurden, haben innerhalb der pädagogischen und lite- rarischen Erinnerungskultur eine bemerkenswerte Rolle gespielt. Ich werde mich im Folgenden mit kindlichen Kriegserlebnissen und der kindlichen Pers- pektive auf das Kriegsgeschehen auseinandersetzen, soweit diese in zeitge- schichtlichen niederländischen Romanen fassbar werden. Dabei werde ich mich auf drei Romane von Autoren unterschiedlicher Generationszugehörigkeit bezie- hen. Die Autoren stammen zudem aus ein und derselben Familie und ihre Ro- mane weisen darüber hinaus ein und denselben Handlungsort und ein und die- selbe Handlungszeit auf. Erinnerungskultur in den Niederlanden Am 4. und 5. Mai 2005 wurde zum 60. Mal an das Ende des Zweiten Weltkrie- ges in den Niederlanden erinnert. Dieses in der niederländischen Geschichte ein- malige jährliche Gedenken ist eng mit der Jetztzeit verbunden. „Man möchte die Geschehnisse“, so der niederländische Literaturwissenschaftler Sem Dresden, „nicht zu etwas machen, was vergangen ist, sondern mit diesem Gedenken die Vergangenheit lebendig halten“ (Dresden 1959, 253). Die seit einigen Jahren für diesen Gedenktag übliche Formel lautet, „daß wir der Toten aus dem Zweiten Weltkrieg und aus allen anderen Kriegsverbrechen und Friedensmissionen ge- denken“. Einbezogen in das Gedenken sind also beispielsweise auch die im Irak gefallenen niederländischen Soldaten. Die niederländische Teilnahme am Irak- krieg wurde u. a. damit begründet, dass sich Saddam Hussein des Genozids...

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