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Gesundheit von Migranten

Edited By Ulrich Thamer and Michael Wüstenbecker

Neben «Bevölkerungsschrumpfung» und «demografischer Alterung» ist die «Internationalisierung der Bevölkerung» ein weiterer Megatrend, der den demografischen Wandel ausmacht. Ein Trend, der hierzulande – zumindest in den zurückliegenden Jahren – bemerkenswert wenig Beachtung gefunden hat. Vor allem die Zahl älterer Menschen mit Migrationshintergrund wächst dynamisch. Damit steigt deren quantitative Bedeutung im medizinischen Versorgungsgeschehen an. Interkulturelle Kompetenzen werden zur wichtigen Schlüsselgröße, um Patienten aus unterschiedlichen Herkunftsländern gleichermaßen gut versorgen zu können. Die Beiträge dieses Sammelbandes stellen gesundheits- bzw. versorgungsbezogene Implikationen einer sich internationalisierenden Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven dar. Neben zahlreichen Ärzten kommen u. a. Gesundheitswissenschaftler, Ökonomen und Soziologen zu Wort.

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I. Einleitung 11

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I. Einleitung Ulrich Thamer und Michael Wüstenbecker Gesundheit von Migranten - eine Einführung Für die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung ist die jeweils regional zuständige Kassenärztliche Vereinigung verantwortlich. Weil das Er- krankungsrisiko mit dem Lebensalter ansteigt - und damit in der Regel auch die Häufigkeit einer Inanspruchnahme ärztlicher Versorgung - gilt der (regionalen) demografischen Entwicklung ihr besonderes Augenmerk. Und diese Entwick- lung ist nicht nur durch die beiden viel diskutierten Trends Bevölkerungs- schrumpfung und demografische Alterung maßgebend geprägt. Ein dritter Trend, die Internationalisierung der Bevölkerung, hat - zumindest in der Ver- gangenheit - bemerkenswert wenig Beachtung gefunden, vor allem auch bei den politischen Akteuren. Der Spiegel machte gar ein „Bündnis der Weggucker“1 aus. Um eine gute medizinische Versorgung für alle kranken Menschen auch künftig sicherzustellen, gilt es natürlich hinzugucken. Der unlängst von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flücht- linge und Integration vorgelegte „Achte Bericht über die Lage der Ausländer- innen und Ausländer in Deutschland“ zeigt: Rund 19 Prozent der Gesamtbevöl- kerung sind seit 1950 nach Deutschland zugewandert oder sind Nachkommen zugewanderter Menschen. Die Mehrheit dieses Personenkreises (8,3 Mio.) hat einen deutschen Pass. Bei den Kindern unter 5 Jahren haben inzwischen 34,4 Prozent einen Migrationshintergrund. Bei den Senioren, die älter als 65 sind, liegt der Anteil niedriger (8,5 Prozent). Diese Gruppe wächst indes dynamisch. Nicht überraschend ist, dass sich in zunehmendem Maße Menschen mit...

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