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Die Integration ostdeutscher Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland durch Beruf und Qualifikation

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Joon-Young Hur

Diese Untersuchung hat die westdeutschen Integrationsbemühungen ostdeutscher Flüchtlinge durch Beruf und Qualifikation im Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur deutschen Wiedervereinigung zum Gegenstand. Sie verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen sollen gesellschaftliche Integrationsbemühungen für ostdeutsche Flüchtlinge dynamisch aufgefasst werden. Dazu wird die Governance-Theorie herangezogen, d. h. der Kooperationsmechanismus zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird untersucht, wobei die Einflüsse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage mit bedacht werden. Zum anderen werden die gewonnenen Untersuchungsergebnisse auf die Frage hin geprüft, inwieweit die deutschen Erfahrungen auf die Integrationsbemühungen Südkoreas für nordkoreanische Flüchtlinge übertragen werden können.

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1. Einleitung 1

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1 1. Einleitung Das hier vorgestellte Forschungsprojekt hat die Konzepte und Maßnahmen der westdeutschen Integrationsbemühungen ostdeutscher Flüchtlinge im Zeitraum vom Ende des zweiten Weltkriegs bis zur deutschen Wiedervereinigung zum Gegenstand. Während dieser Zeit wurden in Westdeutschland rund 6 Millionen Zuzüge aus Ostdeutschland gezählt und die Flüchtlinge betrugen zusammen mit ande- ren deutschstämmigen Migranten wie Vertriebenen und Aussiedlern einen we- sentlichen Teil der Bevölkerung der BRD (Münz / Seifert / Ulrich, 1999: 36f; Bade, 1992: 402). Die Flüchtlinge stellten als Objekte zur Eingliederung für die westdeutsche Gesellschaft ständig eine große Belastung dar. Dies wurde sowohl durch die große Zahl als auch durch den Charakter der ostdeutschen Flüchtlinge verur- sacht, da die Flüchtlinge nämlich zwei Aspekte besaßen: die Flüchtlinge waren dem Grundgesetz nach Einheimische, kamen aber aus einem anderen Staat, der ein eigenes politisches und ökonomisches System hatte und in einer konkurrie- renden Beziehung zur BRD stand.1 Die Herausforderung bezog sich vorerst auf die dringende Aufgabe des Staates, sich um wesentliche Bedürfnisse der Flüchtlinge wie Aufnahme, Versorgung, Errichten der wirtschaftlichen Grundlage und gesellschaftliche Integration zu kümmern, ohne große soziale Probleme zu verursachen.2 Von Anfang an näherte sich die BRD der Aufgabe aus der Perspektive der Humanität und der Verwaltung.3 Dazu setzte sich die Regierung Ziele und strebte unter Einsatz verfügbarer Ressourcen mit verschiedenen politischen Mitteln an. Dies lässt sich dem traditionellen Bereich der Verwaltungswissen-...

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