Show Less

Die Geschichte und Entwicklung der Europäischen Union

Unter besonderer Berücksichtigung des Weges Österreichs in die Europäische Union- Eine dokumentierte Analyse

Series:

Sophia Marschner

Wie wurde es möglich, dass Österreich, ein neutraler Staat, der zum Zeitpunkt der Gründung der Montanunion noch als «verhindertes Gründungsmitglied» galt, schließlich 1995 doch noch seinen Weg in die Europäische Union fand? In dieser Arbeit wird anhand einer parallelen Darstellung der Geschichte und Entwicklung der Europäischen Union, von der Gründung der Montanunion 1950 bis zur Union in der heute bekannten Gestalt, und dem Weg der Republik Österreich vom Außenstehenden in die Union, gezeigt, wie sich Europa in den letzten 60 Jahren entwickelte. Die zwei gescheiterten österreichischen Beitrittsgesuche der 60er Jahre, die zunehmende Verflechtung Österreichs mit der Europäischen Gemeinschaft/Union durch Verträge und Abkommen werden ebenso betrachtet wie die sich immer mehr beschleunigende Vertiefung der Gemeinschaft hin zu einer politischen Union und die Erweiterung der Gemeinschaft/Union auf heute 27 Mitglieder.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung 17

Extract

17 1. Einleitung „Nous ne coalissons des états, nous unissons des hommes.“1 Jean Monnet „Europa ist ein geistiger Begriff. Wenn die Menschen aber aufhören, diese Idee in ihren Köp- fen zu bewahren, ihren Wert in ihren Herzen zu fühlen, dann wird diese Idee sterben. (…) Dies ist die ganz große Gelegenheit, und wenn sie vertan wird, kann niemand sagen, ob sie jemals wiederkommt oder welche Katastrophe daraus entstehen wird.“2 Winston Churchill Die Geschichte des europäischen Kontinents kennt viele Versuche der Integrati- on, der Vereinigung von Gebieten und Staatswesen. Die katholische Liga des 15. Jahrhunderts war zur Abwehr und Abgrenzung gegen den türkischen Feind ge- dacht, und sie verfügte über eine gemeinsame Verteidigungspolitik und ein ge- meinsames Budget. Die Hansestädte schufen seit dem 12. Jahrhundert über reli- giöse und nationale Unterschiede hinaus ein Gemeinwesen, in dem der einzelne Partner seinen Vorteil im gemeinsamen Vorteil fand. Im 18. Jahrhundert träum- ten Voltaire und Rousseau von der Schaffung eines europäischen Senats. Victor Hugo forderte 1849 als Präsident eines internationalen Kongresses in Paris die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“. 1921 gründete Graf Couden- hove-Kalergi die Paneuropa-Union, die in ihrem Programm viele spätere Neue- rungen der EU bereits vorformulierte. Gemeinsam ist diesen Entwürfen die Verbindung von Markt und Geist, vom wirtschaftlichen Aspekt, der untrennbar mit dem mentalen verbunden ist. Der Neuanfang kam nach dem Zweiten Weltkrieg. Die gemeinsamen Erfah- rungen näherten die „Gründungsväter“ der Europ...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.