Show Less

Die Entwicklung der Rechtschreibkompetenz beim Textschreiben

Eine empirische Untersuchung in Klasse 1 bis 4

Series:

Johanna Fay

Die Rechtschreibkompetenz ist facettenreich: Diktierte Wörter und Sätze stellen andere Anforderungen als selbst verfasste Texte; und die jeweilige Wortwahl hat entscheidenden Einfluss. Die Autorin hat ein Analyseverfahren entwickelt, mit dessen Hilfe es gelingt, die Rechtschreibkompetenz zu messen und dabei diese unterschiedlichen Anforderungen zu berücksichtigen. In ihrer Studie analysiert sie die Entwicklung der Rechtschreibkompetenz von Klasse 1 bis 4 in 120 Lernertexten und vergleicht diese Leistungen mit denen aus Rechtschreibtests. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll: Was in der Rechtschreibdiagnostik gewöhnlich getestet wird, ist nur eine Facette der Rechtschreibkompetenz, die mit den Leistungen in frei verfassten Schreibungen allenfalls tendenziell übereinstimmt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil B: Ein Instrument zur qualitativen Fehleranalyse und seine Anwendung 39

Extract

Teil B Ein Instrument zur qualitativen Fehleranalyse und seine Anwendung 1 Das Analyseinstrument 1.1 Analyse von Richtigschreibungen vs. Analyse von Falschschreibungen Um die Rechtschreibkompetenz von Schreiblernern möglichst genau erfassen zu können, bedarf es einer differenzierten qualitativen und quantitativen Analyse der Schreibungen. Dabei können die Schreibungen aus zweierlei Perspektiven befragt werden: 1. Was kann der Schreiber schon? 2. Was kann der Schreiber noch nicht? Die erste Frage führt zu einer Zählung und qualitativen Bestimmung der tat- sächlichen Richtigschreibungen im Verhältnis zu den möglichen Richtigschrei- bungen. Von der Schriftsystematik ausgehend werden dabei orthographische Phänomene festgelegt, deren Realisierungen in den Schreibungen hinsichtlich ihrer Korrektheit überprüft werden (vgl. Tab. 3). Orthographisches Phänomen Korrekt verschriftet? x ja y nein z ja Tab. 3: Einfache Analyse von Richtigschreibungen. Eine Analyse plausibler Alternativschreibungen ergänzt und differenziert dieses Verfahren durch eine Abstufung zwischen den Polen ‚richtig’ und ‚falsch’ (vgl. Tab. 4). Orthogra- phisches Phänomen Repräsentiert? Phonetisch plausibel? Korrekt verschriftet? x ja ja nein y nein nein nein z ja ja ja Tab. 4: Erweiterte Analyse von Richtigschreibungen. Die zweite Frage – Was kann der Schreiber noch nicht? – führt zu einer Analyse und Interpretation jeder einzelnen Falschschreibung. Im Gegensatz zu der oben dargestellten Verfahrensweise wird hierbei der Blick umgekehrt und von der B: Ein Instrument zur qualitativen Fehleranalyse und seine Anwendung 42 Falschschreibung ausgehend eine mögliche kategoriale Zuordnung bestimmt (vgl. Tab. 5).81 Rechtschreibfehler: 1 2 3 x x y x z x Fehlerkategorie:...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.