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Erziehung und Bildung in ländlichen Regionen- Rural Education

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Edited By Claudia Gerdenitsch and Johanna Hopfner

Volksbildung auf dem Lande war schon immer und ist bis heute mit ambivalenten Herausforderungen konfrontiert. Emanzipationsbestrebungen und bildungspolitische Interessen prägen das Spannungsfeld für ländliche Bildungsprogramme, ihre räumlich-institutionelle, mediale und curriculare Umsetzung. Das Buch gibt Einblicke in Volksbildungskonzepte aus verschiedenen Ländern in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Gerade diese Perspektivenvielfalt ermöglicht systematische Einsichten in Prozesse der ländlichen Erziehung und Bildung sowie länderübergreifende Vergleiche.
Rural Education has always been – and still is – confronted with ambivalent challenges. Emancipation efforts and political interests shape the framework for rural education programmes and their local institutional, media and curricular implementation. The book gives insight into popular education concepts in various countries in Europe, America, Asia and Africa. The variety of perspectives enables systematic understanding of rural education processes as well as international comparison.

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Pädagogische Ideen zur Volksaufklärung undihre Realisierungsbedingungen –Popular Education Ideas and the Conditions of Their Realisation

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Pädagogische Ideen zur Volksaufklärung und ihre Realisierungsbedingungen Popular Education Ideas and the Conditions of Their Realisation 15 Erziehungsliteratur für das Volk: zwischen Erbsünden- lehre und Perfektibilitätsglauben Esther Berner 1 Das 18. Jahrhundert als das pädagogische Jahrhundert? Das 18. Jahrhundert gilt in der Historiographie gemeinhin als das pädagogische Jahrhundert. Zugunsten dieses Etiketts spricht die für jene Zeit feststellbare Konjunktur pädagogischer Fragestellungen, das Aufkommen vielfältigen Schrifttums, der Ausbau von Institutionen und schließlich ein fortschreitender Prozess der Verwissenschaftlichung und Professionalisierung. Im 18. Jahrhun- dert differenzierte und öffnete sich das Schulwesen für breitere Schichten; Schulanstalten mit einem umfassenderen Angebot an realistischen Fächern und neuen Sprachen, die die Absolventen auf eine praktische Tätigkeit jenseits aka- demischer Berufe vorbereiten sollten, traten neben die klassisch-humanistischen Studiengänge. Diese alternativen Bildungsangebote wurden in erster Linie von einer städtisch-bürgerlichen Klientel genutzt, lediglich ein geringer Teil von Re- al- und Bürgerschulen adressierten zu Wohlstand gekommene ländliche Schich- ten. Profitiert von dieser ‚Bildungsexpansion’ hat damit bekanntlich ein sich neu formierender bürgerlicher Mittelstand. Der breiten Bevölkerung fehlten sowohl die materiellen Voraussetzungen als auch das Interesse an Bildung, sofern ihr der Zugang zu einem mehr als elementaren Unterricht politisch überhaupt ge- währt wurde. Mitunter mag ein in diesen Schichten vorhandener bildungsfeind- licher Traditionalismus eine Rolle gespielt haben; aufgrund der politischen Ordnung bedeute Bildung für viele aber schlicht keine lohnende Investition und das Desinteresse lässt sich damit gerade nicht auf eine...

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