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Utopien, Zukunftsvorstellungen, Gedankenexperimente

Literarische Konzepte von einer «anderen» Welt im abendländischen Denken von der Antike bis zur Gegenwart

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Edited By Klaus Geus

Das Buch gibt einen Einblick in die reiche Geschichte der Zukunftsentwürfe. Dabei spannen die Beiträge einen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart. Die unterschiedlichen literarischen Formate – Utopien, Zukunftsvorstellungen, Gedankenexperimente – finden ebenso Berücksichtigung wie historisch wirkungsmächtige Autoren. Themen sind u. a. das antike Sparta, Platons Staat, das spanische Kolonialreich, die Persönlichkeitsformung im NS-Regime sowie die Machbarkeitsvorstellungen im 20. Jahrhundert. Elf renommierte Historiker verorten diese Konzepte einer «anderen» – nicht immer besseren – Welt in ihrem jeweiligen geschichtlichen Kontext.

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Paul Nolte - Die Machbarkeit der Welt. Technik, Gesellschaft und Politikim utopischen 20. Jahrhundert 229

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229 Paul Nolte Die Machbarkeit der Welt. Technik, Gesellschaft und Politik im utopischen 20. Jahrhundert ZUSAMMENFASSUNG Im 20. Jahrhundert steigerte sich die Erwartung von radikaler Veränderung, und die Zukunftserwartungen verdichteten sich zu einem utopischen Syndrom. Es be- ruhte auf der Erfahrung, dass sich die Welt mit Industrialisierung und wissen- schaftlich-technischer Revolution beschleunigt hatte und auch Unwahrscheinliches machbar wurde. Um 1900 formierten sich die Utopien des 20. Jahrhunderts, in ei- ner Mischung aus Moderne-Begeisterung und Sehnsucht nach einer stabilen Ord- nung jenseits von Kapitalismus und sozialen Konflikten. Ihr gemeinsamer Nenner war die Verbindung von technologischen Visionen, gesellschaftlichen Ordnungs- modellen und politischer Steuerung. Denn die Utopie sollte von Menschen ge- macht und im Zweifelsfall auch gegen Widerstände durchgesetzt werden. Deshalb entwickelte das utopische Syndrom seit den 1920er Jahren eine Affinität zu den totalitären Ideologien und Systemen, kam aber auch in demokratischen Varianten vor. In den 1970er Jahren endete dieses utopische Grundmuster, als westliche Ge- sellschaften ihren kulturellen Optimismus verloren und sich mehr der Vergangen- heit als der Zukunft zuwandten. ABSTRACT During the 20th century, the expectation of radical change increased significantly, and conceptions of the future crystallized into a „utopian syndrome“. It rested on the experience of general acceleration in the wake of industrialization and the revo- lution in science and technology. Around 1900, the typical utopias of the 20th cen- tury emerged, blending the fascination about modernity with the nostalgic longing for a stable order beyond capitalism and social conflicts. Their common denomi- nator may be seen...

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