Show Less

Biographieorientierung in der Pflegebildung

Series:

Edited By Ingrid Darmann-Finck and Miriam Tariba Richter

Mit dem Konzept der Biographieorientierung bzw. des biographischen Lernens werden die Begründungen und Methoden der Biographieforschung für die Förderung des Selbstverstehens der Pflegenden und des Fremdverstehens von zu Pflegenden in der Pflegeaus-, -fort- und -weiterbildung nutzbar gemacht. Das Buch hat zum Ziel, den Ansatz des biographischen Lernens theoretisch zu begründen, empirische Erfahrungen weiterzugeben sowie konkrete Anhaltspunkte für die Unterrichtsgestaltung zu vermitteln.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I Theoretische Begründungslinien -13

Extract

I Theoretische Begründungslinien 15 Biographie und Lernen in der Pflege. Chancen und Blockaden aus der Perspektive der Bildungswissenschaften Peter Alheit und Heidrun Herzberg Einleitung Wenn das Konzept „Biographie“, wenn also die konkrete Subjektivität in einem wissenschaftlichen Fachkontext ernster genommen wird, verändert sich in ge- wisser Weise die Disziplin. Wir können dafür eine Reihe interessanter histori- scher Beispiele anführen: Das Entstehungsdatum wissenschaftlicher Psychologie (Thomae 1952) ist eng verknüpft mit dem von Carl Philipp Moritz herausgege- benen „Magazin der Erfahrungsseelenkunde“ (1783-1793), falls man so will: der wissenschaftlichen Entdeckung der Biographie. In der Soziologie führen die bio- graphischen Analysen der Chicago School am Anfang des 20. Jahrhunderts zu vertieften Neueinsichten in die soziale Existenz in modernen Gesellschaften (stellvertretend Thomas/Znaniecki 1958). Zwar bleibt die Anregung Victor von Weizsäckers, über die „Biographie“ von Krankheitsverläufen nachzudenken (von Weizsäcker 1956), in der Medizin randständig, macht aber deutlich, dass das herrschende Paradigma durch die Idee „biographischer Medizin“ unmittel- bar berührt wird (auch Hanses 1996). In den 1970er Jahren wird sowohl in der Soziologie (zuletzt im Überblick bei Alheit/Dausien 2009b) als auch in den Erziehungswissenschaften (stellver- tretend Krüger/Marotzki 1999) Biographieforschung zu einem zentralen Thema. Die zeitdiagnostischen Trends, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Einfluss gewinnen, treffen sich in der empirisch gut belegbaren Feststellung, dass die Organisation des sozialen Lebens spätmoderner Gesellschaften mit deutlich ansteigender Tendenz dem/der Einzelnen selbst zugemutet wird. Diese Pointe der so genannten „Individualisierungsthese“ (stellvertretend Beck 1986, 205...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.