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Kernberufe

Ein Baustein für ein transnationales Berufsbildungskonzept

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Georg Spöttl and Jessica Blings

Die europäische Diskussion zur Gestaltung einer länderübergreifenden Berufsbildungspolitik konzentriert sich vorrangig auf einzelne Instrumente, die kaum in der Lage sein dürften, den eigenen Anspruch, nämlich einen europäischen Berufsbildungsraum zu gestalten, einzulösen. Der Grund dafür ist, dass diese Instrumente nur einzelne Facetten von dem zum Gegenstand haben, was Berufsbildung und eine Berufsbildungspolitik ausmachen. Im Buch Kernberufe wird deshalb ein Vorschlag entwickelt, wie europäische Kernberufe dazu beitragen können, einen europäischen Bildungsraum mitzugestalten. Die Idee für europäische Kernberufe basiert auf einem arbeitsprozessbezogenen Ansatz, der Arbeit und Bildung umfassend betrachtet, und der als Grundkonzept für Berufsbildungsprofile geeignet ist, die in allen europäischen Ländern relevant sind. Der Arbeitsprozessbezug garantiert dabei die Verbindung zu den Herausforderungen des Arbeitsmarktes, aber auch zu den übergeordneten Bildungsansprüchen von Mitgliedern moderner Gesellschaften.

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6 Ordnungssystematische Konsequenzen aus dem Kernberufsansatz 67

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Ordnungssystematische Konsequenzen aus dem Kernberufsansatz 67 6 Ordnungssystematische Konsequenzen aus dem Kernberufsansatz Kernberufe eignen sich wegen ihres Arbeitsprozessbezuges als übergeordnete europäische Berufsbilder, weil Arbeitsprozesse in vergleichbaren Sektoren und Branchen in Europa keine markanten Unterschiede aufweisen. Sie differieren höchstens in Abhängigkeit von unterschiedlich praktizierten Arbeitsorganisati- onsformen von Unternehmen zu Unternehmen. Der arbeitsprozessorientierte Ansatz versteht sich als berufspädagogische und arbeitsmarktpolitische Antwort auf die Herausforderung einer zunehmend global organisierten europäischen Wirtschaft. Dies wird gewährleistet, weil Kernberufe breit angelegt sind, den Strukturwandel stützen, Dienstleistungsdimensionen mit aufnehmen und sich der Qualitätsorientierung stellen und das Individuum stärken. Die Strukturierung arbeitsprozessbasierter Berufsbilder stellt sicher, dass im Laufe des Ausbildungsfortschritts eine zunehmende Vertiefung im praktischen und theoretischen Wissen erfolgt und eine auf eine Domäne bezogene umfas- sende Kompetenzentwicklung stattfindet. Arbeitsprozessbasierte Kernberufe können einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Zahl der Berufe leisten. Im Mittelpunkt der Kernberufe stehen Arbeitsprozesse, die zahlreiche Aufgaben bündeln, was zu einer geringeren Zahl an Berufen führt. Bisher kam es aufgrund anderer Strukturierungshilfen wie Tätigkeiten, Verrichtungen, Werkstoffe, Komponenten größerer Anlagen u. a. zwangsläufig zu einer stärkeren Ausdiffe- renzierung von Berufen. Auch die Bindung von Berufen an Technologien führt zu einer stärkeren Ausdifferenzierung als die Bindung an Prozesse. Eine typi- sche, bereits weit fort geschrittene Umsetzung der Idee der Kernberufe erfolgte im der Kfz-Service in Deutschland. Dort dominierten über viele Jahrzehnte zwei technologisch gebundene Berufe, der Kfz-Mechaniker und der Kfz-Elektroniker. Mit einer stärkeren Fokussierung auf Arbeitsprozesse...

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