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Kindermord und «Kinderfachabteilungen» im Nationalsozialismus

Gedenken und Forschung

Edited By Lutz Kaelber and Raimond Reiter

Das Thema «Kinderfachabteilungen» wird in seinen vielseitigen Dimensionen dargestellt. Dabei handelte es sich im Zweiten Weltkrieg um etwa 30 Tötungsstätten in der Psychiatrie und anderen Heileinrichtungen im «Großdeutschen Reich», in denen über 5.000 geistig und körperlich behinderte Kinder umgebracht wurden. Vorgestellt wird die aktuelle Gedenkkultur in diesem Bereich und es werden Fragestellungen der Forschung vorgestellt, die auch für andere Opfergruppen relevant sind. Weiterhin werden Details der NS-Verbrechen in den «Kinderfachabteilungen» dargestellt. Den Herausgebern ist es gelungen, fachkundige Autoren zu den Tötungsstätten in Hamburg, Lüneburg, Stuttgart, Waldniel, Wiesloch und auf dem Eichberg sowie einer Ausstellung zum Thema in Korbach zu gewinnen. Der Band ist mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet.

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Reichsausschusskinder und andere Minderjährige in der Wieslocher Heil- und Pflegeanstalt 1940 bis 1944 (Frank Janzowski) - 91

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Reichsausschusskinder und andere Minderjährige in der Wieslocher Heil- und Pflegeanstalt 1940 bis 1944 Frank Janzowski Einleitung Es ist der Verdienst von Franz Peschke, schon 1993 über die „Kinderfachabtei- lung“, die zwischen 1940 und 1941 in der Wieslocher Heil- und Pflegeanstalt bestand, berichtet zu haben (1). Auf diese Arbeit wird in den folgenden Ausfüh- rungen weitgehend Bezug genommen. Insbesondere durch übergreifende For- schungsaktivitäten vor allem bezüglich der zentralen Organisation der „Kinder- fachabteilungen“ durch den „Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung erb- und anlagebedingter schwerer Leiden“ (im folgenden „Reichsausschuss“) sind seither weitere Zusammenhänge bekannt geworden, die es nun ermögli- chen, in Ergänzung von Peschkes Ergebnissen ein konsistenteres Bild der Wies- locher „Kinderfachabteilung“ zu skizzieren. Diese Abteilung existierte in der Wieslocher Anstalt als „Reichsausschussstation“ von Dezember 1940 bis Au- gust 1941; sie darf nicht mit der 1943 in Wiesloch eingerichteten Forschungsab- teilung des Heidelberger Psychiaters Carl Schneider oder mit der Kinderabtei- lung in der Heidelberger Universitätspsychiatrie verwechselt werden (2). Im Rahmen dieser Arbeit wurden zunächst die Namen der Kinder ermittelt, die ab 1940 dem Wieslocher Standesamt von der Anstalt als verstorben gemel- det waren. Anschließend sind die im Generallandesarchiv Karlsruhe noch vor- handenen Krankenunterlagen dieser Kinder durchgesehen worden. Dass nur bei zwei der dreizehn in der Zeit von März bis August 1941 verstorbenen Kindern Krankengeschichten erhalten sind, deutet auf einen systematischen Eingriff hin. Es liegen jedoch von allen Kindern die Verwaltungsakten vor, in denen sich Einweisungsunterlagen sowie Korrespondenzen mit Angehörigen und Behörden...

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