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Texte i. d. Enge

Sprachökonomische Reduktion in stark raumbegrenzten Textsorten

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Torsten Siever

Sprachökonomie wird viel Potenzial zugeschrieben: Sprachwandel herbeizuführen, für neue computerspezifische Varietäten verantwortlich zu sein und sogar den Gebrauch von Anglizismen zu fördern. In diesem Band werden nach einem theoretischen Blick auf Sprachökonomie in Morphologie, Lexik und Graphie sechs stark raumbegrenzte Kommunikationsformen empirisch untersucht: Newsticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama und Kassenbons. Im Zentrum steht dabei die Frage, auf welche Weise (Abkürzung, Kurzwort etc.) und mit welchem Erfolg (Reduktionsgrad) Produzenten ihre Texte komprimieren. Enthalten sind eine diachrone Perspektive (Kleinanzeigen) und ein statistischer Blick auf Anglizismen als reduktives Mittel.

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Vorwort 5

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Vorwort Nachrichtenticker, SMS-Mitteilungen, Kleinanzeigen, Fahrgastfernsehen, Alpenpanorama, Kassenbons – diese verschiedenen Kommunikationsformen stellen alle typische ›Texte in der Enge‹ dar. Für sprachliche Propositionen steht nur ein geringer Raum zur Verfügung – mit der Konsequenz, dass die Textproduzenten Mittel sprachlicher Reduktion anzuwenden haben. Welche Mittel das sind und zu welchem Grad diese in den genannten Kommunika- tionsformen genutzt werden, ist Gegenstand der Dissertation. Als Grundlage zur Beantwortung dieser Fragen dienen sechs computerbasiert ausgewertete Korpora, die zum Teil repräsentative Stichproben aus den Kommunikations- formen darstellen. Darüber hinaus ermöglicht ein Vergleichskorpus mit Klein- anzeigen aus den 1950er Jahren sowie ein standardsprachliches Kontrollkorpus eine differenzierte Bewertung der Ergebnisse. Die empirisch angelegte Arbeit besteht aus zwei Teilen: einem theoretischen und einem empirischen. Zum theoretischen Teil gehören die Darstellung so- wie die Diskussion bisheriger Forschungsarbeiten und Ergebnisse; dies schließt wesentliche ähnlich reduktionsintensive Kommunikationsformen (so etwa Kontaktanzeigen, Kochrezepte etc.) ein und wird durch einen Exkurs zu for- malen Sprachen ergänzt. Darüber hinaus wird eine Merkmalsmatrix sprachli- cher Ökonomie im morphologischen und lexikalischen Bereich vorgelegt. Der empirische Teil ist auf zentrale Merkmale sprachlicher Reduktion beschränkt, da nur quantitative (und nicht qualitative) Sprachökonomie die Texte zu kom- primieren vermag. Zu den untersuchten Merkmalen gehören die Kurzwort- bildung (Uni ) sowie einige andere graphostilistische Mittel. Ferner wurde die wiederholt geäußerte Hypothese verifiziert, dass Anglizismen eine signifikante, quantitativ ökonomische Variante zur nativen Lexik darstellen (Shorts < kurze Hose). 6 Vorwort Abschließend konnte sowohl eine Berechnung der Gesamtanteile der ange- wandten sprachlichen...

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