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Gerechtigkeit und Frieden als Prinzipien der globalen Ordnung

Plädoyer für ein anderes Weltsystem

Volker Bialas

In diesem Buch werden die Hintergründe großer Kriege untersucht sowie Perspektiven für eine globale Friedensordnung aufgezeigt. Ein historischer Exkurs erinnert daran, dass am Beginn der Neuzeit ein Krieg Mitteleuropa verwüstete, während zugleich wichtige kriegsrechtliche und friedenspolitische Prinzipien begründet wurden. In dem Dilemma von Wissenschaft und Krieg wurde im 20. Jahrhundert die atomare Bedrohung als ein ungelöstes Problem der Menschheit erfahren. Seither ist die militärische Hochrüstung nicht von ökonomischen und strategischen Interessen zu trennen. Ebenso zeigt die Erfahrung, dass Gewalt der Gewalt nicht zum Frieden führt. Erst die Konzeption einer Kultur des Friedens mit dem Prinzip von Gerechtigkeit als Maß des Friedens bildet das positive Gegenmodell zur Politik von Krieg und Vergeltung.

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IV. FÜR EINE KULTUR DES FRIEDENS

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Einführung: Die Logik der Gewalt durchbrechen und recht handeln Ein ungebändigtes Widerstandsdenken wie in Teilen der traditionellen Friedensbewegung, die sich als Anti-Kriegsbewegung versteht, muss ange- sichts der herrschenden Machtverhältnisse und der fortschreitenden militä- rischen Hochrüstung früher oder später verzagen. Fortwährender Hass ge- gen jene, die hauptsächlich verantwortlich sind für die strukturelle Gewalt ungerechter sozialer Verhältnisse und für die in Kriegshandlungen vollzo- gene physische Gewalt, muss schließlich die Gesichtszüge der Gutwilligen verzerren und verwischt ihre guten Absichten. Sollen wirkliche Verände- rungen erreicht werden, muss die Logik der Gewalt verlassen und eine an- dere Ebene des politischen Denkens und praktischen Handelns betreten werden. Gefordert ist eine andere Form des Bewusstseins, ein überschauen- des, integrales Denken, das den Dualismus überwindet. Diese gegenüber dem Kult der Gewalt und der Beschwichtigung des Krieges andere Lebens- und Verhaltensweise ist unter dem Leitbegriff einer Kultur des Friedens gestellt. Der obersten Zielsetzung nach geht es bei der Friedenskultur darum, die Gewaltstrukturen zu überwinden und das gesell- schaftliche Leben in seinen ökonomischen, politischen und kulturellen Di- mensionen neu zu gestalten. Gewiss lässt die neue Weltordnung eine teils dramatische Zuspitzung der globalen Probleme erkennen. Doch ist in Anbetracht der Liquidierung fast aller gesellschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten nach den verbleiben- den Möglichkeiten eines grundsätzlich anderen sozialen Handelns zu fra- gen. Es muss sich in den zwischenstaatlichen Beziehungen die Einsicht durchsetzen, Konflikte auf friedliche Weise lösen zu können. Bei einem Konflikt geht...

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