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Kompetenzdiagnostik in der beruflichen Bildung – Probleme und Perspektiven

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Edited By Martin Fischer, Matthias Becker and Georg Spöttl

Die Diagnose der für die Berufsarbeit erforderlichen Kompetenzen ist ein aktuelles Thema der Berufsbildungsforschung – nicht zuletzt hervorgerufen durch die politischen Bemühungen, mittels des Europäischen Qualifikationsrahmens berufliche Kompetenzen europaweit in Beziehung zu setzen. Der Zusammenhang zwischen geeigneten Kompetenzmodellen, der Aussagekraft und Qualität angewendeter Diagnoseverfahren und den zu unterstützenden Kompetenzentwicklungsprozessen wird in den Beiträgen dieses Buches untersucht. Es werden grundlegende Problemstellungen der beruflichen Kompetenzmodellierung und Kompetenzdiagnostik diskutiert. Weiterhin widmen sich verschiedene Autoren den Anwendungsfeldern und Methoden der Kompetenzmessung in der beruflichen Bildung, beleuchten soziale und interkulturelle Kompetenzen und beschäftigen sich mit Kompetenzen im internationalen Vergleich. Schließlich werden Perspektiven für die Kompetenzdiagnostik im Bereich beruflicher Arbeit und Ausbildung aufgezeigt, so etwa die Bedeutung «kollektiver Kompetenz». Entstanden ist der Band im Kontext des Forschungsworkshops «Kompetenzdiagnostik in der beruflichen Bildung – Probleme und Perspektiven», der im Sommer 2010 vom Institut für Berufspädagogik (IBP) und dem House of Competence (HoC) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) durchgeführt wurde und an dem sich das Institut Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen sowie das Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) der Universität Flensburg beteiligt haben.

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Martin Fischer, Matthias Becker, Georg Spöttl Einführung 7

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Einführung Martin Fischer, Matthias Becker, Georg Spöttl In der Berufsbildung hat die Bewertung und Feststellung beruflicher Kompetenz schon immer einen hohen Stellenwert gehabt. Da die Verwertbarkeit einer berufli- chen Qualifikation als Ergebnis eines Kompetenzentwicklungsprozesses auf dem Ar- beitsmarkt so bedeutend ist, besitzt die Gesellen- und Facharbeiterprüfung bis heute eine Steuerungsfunktion für die Berufsausbildung als „heimlicher Lehrplan“. Kompe- tenzdiagnostik will aber prinzipiell im Sinne einer pädagogischen Diagnostik nicht nur funktional feststellen, ob eine Person geeignet ist, einen Beruf auszuüben. Ziel ei- ner solchen Diagnostik ist es, Erkenntnisse zur Struktur, zu Niveaus, zum Profil und zur Entwicklung beruflicher Kompetenzen zu gewinnen, um Bildungsprozesse ver- bessern zu können. Dabei treten höchst verschiedene Probleme auf, die in diesem Buch aus unterschiedlichen Blickwinkeln bearbeitet werden: • „Kompetenz“ ist bereits ein Begriff, der trotz aller Bemühungen um ein einheitli- ches Verständnis nicht per se als geklärt gelten kann. Kompetenz ist im jeweiligen Forschungs- und Verwertungszusammenhang stets als Arbeitsbegriff neu zu be- werten und darzulegen. Für die „berufliche Kompetenz“ gilt dies ganz besonders, weil die persönlichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten immer vor dem Hintergrund ihrer Verwendung im Beruf zu betrachten sind. • Der Vergleich beruflicher Kompetenzen erfordert einen Maßstab, der nicht so oh- ne weiteres festzulegen ist. Woran sollen berufliche Kompetenzen gemessen wer- den? Vergleiche werden aber auf der persönlichen Ebene (Individualdiagnostik), der Ebene der Gemeinschaften und der ausbildenden Organisationen (Eignungs- diagnostik) wie auf der Systemebene (Systemdiagnostik) angestellt. Die dahinter liegenden Fragen nach...

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