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Krieg als Projektion

Das Israelbild linker deutscher Printmedien zur Zeit des Gaza-Konflikts 2008/2009

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Martin Maier

Diese Studie analysiert die Berichterstattung deutscher Linksmedien über Israel und Palästina während des Gaza-Krieges. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die zur Beschreibung des Konfliktes und seiner Akteure verwendeten Begriffe und Symbole gelegt und das damit vermittelte Bild des jüdischen Staates erhellt. Mittels einer Diskursanalyse wird der Beitrag aktueller Zeitungsberichte und Kommentare für die Reproduktion antisemitischer aber auch proisraelischer Stereotype aufgezeigt. Welche Rolle spielt heute der Antizionismus im linken Diskurs über Israel? Zur Beantwortung dieser Frage müssen auch jene Widerspiegelungen der deutschen Geschichte sichtbar gemacht werden, die – meist nicht bewusst – die Beschreibung und Bewertung des Nahostkonflikts beeinflussen.

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III. Medienanalysen 53

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53 III. Medienanalysen Die Medienanalysen erheben keineswegs den Anspruch, den linken Diskurs zu Israel vollständig oder auch nur in maßstabsgetreuer Verkleinerung abzubilden. Die Auswahl der vorgestellten Fragmente aus dem Korpus der einzelnen Print- medien begründet sich durch die eben vorgestellten Theorieansätze und durch die historisch grundierten Thesen zum Verhältnis der deutschen Linken zu Isra- el, dem Zionismus und ‚den Juden’ angeleitet. Die Frage nach ihrer Gültigkeit für das ausgewählte Material kann hier nur exemplarisch beantwortet werden. 1) Freitag a) Allgemeine Charakterisierung Der Freitag ist eine Wochenzeitung aus dem linken politischen Spektrum in Deutschland. Er entstand nach der Vereinigung beider deutscher Staaten aus der „Fusion der DDR-Kulturzeitung Sonntag mit der in der alten Bundesrepublik erscheinenden Volkszeitung“ (BDZV 2008). Letztere stand der DKP nahe. Die Zeitung bietet sowohl Beiträgen von linksliberalen als auch von marxistischen Autorinnen und Autoren ein Forum, das von etablierten Sozial- und Geisteswis- senschaftlern sowie Publizisten gerne genutzt wird (prominente regelmäßige Autoren sind etwa Georg Fülberth, Ekkehart Krippendorff oder Rudolf Wal- ther). Das Blatt druckt auch Beiträge zu programmatischen Diskussionen der Parteien des linken Spektrums, insbesondere der Linkspartei. 2008 erreichte die Auflage etwa 14.000 Exemplare (vgl. ebd.). Die Berichterstattung im Freitag umfasst den geringsten Einzelkorpus an Arti- keln zum Gaza-Konflikt und ist damit am wenigsten repräsentativ für den Ge- samtdiskurs. Insgesamt finden sich in den sechs publizierten Ausgaben während des Auswertungszeitraums 25 Beiträge, die den Suchbegriff ‚Israel’ enthalten. Dazu kommen zwei Karikaturen, die...

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