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Social Media

Theorie und Praxis digitaler Sozialität

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Edited By Mario Anastasiadis and Caja Thimm

Social Media-Applikationen sind eine zentrale Triebfeder von Online-Kommunikation. Sie organisieren und stützen soziale Kontakte, ermöglichen Arbeits-, Freundschafts- und Intimbeziehungen, versorgen Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen aus allen Lebens-, Gesellschafts- und Politikbereichen, unterstützen Bürgerbewegungen, eröffnen neue Absatz- und Werbekanäle für Unternehmen und reorganisieren Wissen. In Social Communities, Blogs, Microblogging-Diensten, Video- und Musik-Plattformen etc., finden mediatisierte Formen sozialer Kommunikation einen ausdifferenzierten Ermöglichungsraum ineinander verschränkter Applikationen und Nutzungspraxen. Um sich der Relevanz von Social Media anzunähern, beleuchtet dieser Sammelband mit der Auffächerung in Theorieperspektiven, Social Media und Institution und Social Media und Nutzungskulturen drei Hauptschwerpunkte aktueller Social Media-Forschung.

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I. Theorieperspektiven

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Ökosystem Internet – Zur Theorie digitaler Sozialität Caja Thimm 1. Das Internet als Lebensraum Wie nur wenige globale Veränderungen hat das Internet individuelle, soziale und politische Kommunikations- und Handlungsformen verändert. Sichtbar wird diese neue Rolle von Medien in vielfältigen Kontexten. Sei es der Einfluss von Facebook oder Twitter im politischen Umbruch der arabischen Staaten im Jahr 2011, in denen das Internet Funktionen der Vernetzung und Echtzeitkommuni- kation entfaltet hat, sei es das Computerspiel, das Strukturen von Unterhaltung revolutioniert (Thimm 2009) oder Wikileaks, das ganze Staaten ins Wanken bringt (Sagar 2011). Es ist die Gesamtsicht auf die Vielfältigkeit, die das revo- lutionäre Moment am besten beschreibt. Komplexe mediale Nutzungskontexte bestimmen das Selbstverständnis einer ganzen Generation, die das Internet als gleichwertigen Lebensraum konstituiert hat und sich dort genauso selbstver- ständlich als Person fühlt wie im nicht-digitalen Umfeld. Diese Entwicklung lässt sich über verschiedene Stadien zurückverfolgen. Waren zu Beginn des neuen Jahrtausends noch textgebundene Medien im Rah- men des eher restriktiven statischen Netzes Basis des digitalen sozialen Aus- tauschs Thema (s. Thimm 2000), so lässt sich der Wandel des Internets zum dynamisch-partizipativen Medium, dem als Web 2.0 benannten Netzwerk aus „user-generated content“, als ein wichtiger Durchbruch in Richtung einer Er- mächtigung des Users ansehen. Während anfänglich vor allem informations- relevante Motive für die Nutzung des Internet vorherrschend waren, so lassen sich die Interessen der heutigen Netzbevölkerung nicht mehr eindimensional festmachen. Das digitale Netzwerk im Zeitalter von „social...

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