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Die Burg im Minnesang und als Allegorie im deutschen Mittelalter

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Edited By Ricarda Bauschke-Hartung

In acht Aufsätzen haben sich Fachkolleginnen und -kollegen mit dem Phänomen «Burg» im Minnesang, in der Minnerede und als Minneallegorie des deutschen Mittelalters auseinandergesetzt. Besprochen werden der metaphorische Spielraum von Burgmotivik im «Hohen Sang», im Tagelied und in Ulrichs von Liechtenstein Frauendienst. Den burgfernen Ereignisräumen Neidharts und den historischen Burggebäuden im Leben Oswalds von Wolkenstein sind eigene Beiträge gewidmet. Das Spannungsverhältnis zwischen dem institutionalisierten Burgraum und der Diskursivität von Minne steht bei der Behandlung der Minnereden im Vordergrund. Untersuchungen zur Allegorie der Minneburg und zum burgnah konzipierten Kloster der Minne runden das Bild ab.

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Alan Robertshaw (Exeter): Zur Bedeutung von Burgen für Oswald von Wolkenstein und seine Lyrik 93

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Zur Bedeutung von Burgen für Oswald von Wolkenstein und seine Lyrik von Alan Robertshaw, Exeter Der Burgenbau hatte eine große Bedeutung für das Selbstverständnis des Adels im Mittelalter, zuerst der hochadligen Familien,' später der Ministeria- len. Adlige Dichtung assoziierte man ebenfalls oft mit Burgen, wie aus man- chen Illustrationen der großen Liederhandschriften zu ersehen ist.' Der spätmittelalterliche Lyriker Oswald von Wolkenstein, dem man gerne den Beinamen ,der letzte Minnesänger' gegeben hat, trägt den Namen der Stamm- burg eines Tiroler Ministerialengeschlechts, und zwar einer Burg, die noch heute trotz ruinierten Zustands fest auf ihrem felsigen Fundament steht.' Wol- kenstein ist aber nur eine von mehreren Burgen, die im Leben Oswalds eine Rolle spielten und deren Namen sogar in seine Lieder Eingang gefunden ha- ben. Einzelne Gedichte oder Gedichtreihen werden in der Forschung nach diesen Burgen betitelt, wie die Gruppe der ,Hauensteinlieder`, die nach einer von Oswald geerbten, aber erst mit Müh und Not erkämpften Burg getauft wurden. Es erscheint daher sinnvoll, die Bedeutung dieser und anderer Bur- gen für das Leben und Schaffen Oswalds zu untersuchen. 1 Burgen im Leben Oswalds Oswalds Vater, Friedrich von Wolkenstein, hat sich als erster seines Fami- lienzweiges nach der im hinteren Grödnertal gelegenen Burg benannt, die sein Großvater, Randolt von Vilanders, im Jahre 1293 gekauft hatte.' Burg Wol- kenstein war aber anscheinend nicht Friedrichs dauernder Wohnsitz, denn in den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts, dem Jahrzehnt, in dem sein Sohn...

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