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Die Finanzierung internationaler Umweltpolitik

Eine Erklärung des Vergabeverhaltens und der ungleichen Beteiligung von OECD-Geberländern bei der Vergabe von Umwelthilfe

Aike Müller

Warum beteiligen sich OECD-Länder unterschiedlich stark an der Finanzierung globaler Umweltpolitik? Wird Umwelthilfe an Entwicklungs- und Schwellenländer gezahlt, um wirtschaftliche Interessen oder normative Wertvorstellungen der Geberländer durchzusetzen? Das Buch liefert Antworten auf diese Fragen. Theoretische Anknüpfungspunkte bieten vor allem die ökonomische Literatur und politikwissenschaftliche Theorien der internationalen Beziehungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden Vergabehypothesen anhand aufwändig konstruierter Datensätze statistisch getestet. Es zeigt sich, dass ‘grüne’ Normen eine zentrale Determinante der Vergabeentscheidung und der ungleichen Beteiligung darstellen, während die Bedeutung von strategischen und wirtschaftlichen Interessen nachgelassen hat.

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4 BILATERALE FINANZIERUNG INTERNATIONALER UMWELTPOLITIK

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Im folgenden Kapitel wird gezeigt, dass die Beteiligung an der bilateralen Um- welthilfe unterschiedlich stark ausfällt. Dies gilt auch dann, wenn die Beteili- gung der Geberländer relativ – und im Verhältnis zur Wirtschaftskraft – gemes- sen wird. Weiterhin zeichnet sich eine Tendenz dazu ab, dass bestimmte Emp- fängerländer bei der Vergabe stärker als andere berücksichtigt werden. Dies gilt auch für die in Kapitel 5 aufgearbeitete multilaterale Umwelthilfe. Die Varianz bei der unterschiedlichen Beteiligung und die wichtigsten Ver- gabebeziehungen (Wer bekommt wie viel von wem?) werden in diesem Kapitel für die bilaterale Umwelthilfe nachgezeichnet: Der von der OECD definierte ODA-Bereich ‚allgemeiner Umweltschutz’ (AU) wird in Kapitel 4.1 beschrie- ben. Die Kategorie erweist sich als sehr hilfreiche Möglichkeit, Umwelthilfe innerhalb der ODA sichtbar zu machen. Sie greift aber analytisch zu kurz, da sie bei weitem nicht alle umweltrelevanten Themen erfasst. Deshalb wird die Kate- gorie erweitert und ein eigener Datensatz erarbeitet. Die so gewonnen Referenz- daten, werden Eingang in die statistische Analyse von Kapitel 6 finden. Ein in Kapitel 4.2 beschriebenes Marker-System der OECD zu umweltpolitischen Ziel- setzungen dient zur Abrundung der deskriptiven Darstellung der Umwelthilfe und als Kontrolle des Referenzdatensatzes. Das System wird im Datensatz aber nicht genutzt, da es erst ab dem Jahr 1997 systematisch verfügbar – und damit vergleichbar – ist. Mit Blick auf den Forschungsstand und die Diskussion um die öffentliche Entwicklungshilfe wird in der Debatte um die Finanzierung globaler Umwelt- politik oft übersehen, dass ein nicht unerheblicher Teil aus den...

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