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Mobile Kommunikation im Kontext

Studien zur Nutzung des Mobiltelefons im öffentlichen Raum

Joachim Höflich

Mit dem Mobiltelefon hat sich die Kommunikation im öffentlichen Raum verändert. Es dient dazu, unseren Alltag zu koordinieren und Wartezeiten zu überbrücken. Es bringt uns anderen ein Stück näher, doch zugleich verlieren wir die direkte Umgebung aus dem Auge. Mit seinem Klingeln gehen wir anderen auf die Nerven und setzen uns zugleich unter Stress. Dies sind nur einige Themen, denen sich dieses Buch widmet. Es fasst eine Reihe von Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, zusammen und stellt eine Zwischenbilanz der Forschung dar. Dabei soll der Leser geradezu auf eine ‘empirische Erkundung’ und ‘Begehung’ mitgenommen werden und so die Forschungen nachvollziehen können.

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Kapitel 6 - Umweltwahrnehmung und Handygebrauch - Sehen wir vor lauter Telefonieren noch die Welt um uns herum? 101

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Kapitel 6 103 Umweltwahrnehmung und Handygebrauch – Sehen wir vor lauter Telefonieren noch die Welt um uns herum? Vorbemerkungen: Das Mobiltelefon, der Entzug von Engagement und Aufmerksamkeit Bewegen wir uns um öffentlichen Raum, so wird immer auch ein gewisses Maß an Teilhabe und Engagement, an Offenheit, aber auch an Rücksicht erwartet. Dem Mobiltelefon (genauer: der Nutzung des Mobiltelefons) wird nachgesagt, dass es gerade eine solche Teilhabe – zumindest temporär – verhindert, weil es die Aufmerksamkeit bindet und den Nutzer auf eine kleine kommunikative Insel versetzt. Dass Menschen Momente ihrer Umwelt ausblenden, ist jedoch weder ein auf den reinen Mediengebrauch zu reduzierendes Phänomen, noch ist es eine neue Erkenntnis. Bereits 1903 verweist Georg Simmel auf eine ‚Blasiertheit’ des Großstädters, um mit der Reizvielfalt und -überflutung der Stadt fertig zu wer- den. Gerade das Leben in der Großstadt führt zu einer, so Simmel, Steigerung des Nervenlebens, „die aus dem raschen und ununterbrochenen Wechsel äußerer und innerer Eindrücke hervorgeht“ (Simmel 2008: 905). Und Simmel (2008: 908) fährt fort: „Es gibt vielleicht keine seelische Erscheinung, die so unbedingt der Großstadt vorbehal- ten wäre, wie die Blasiertheit. Sie ist zunächst Folge jener rasch wechselnden und in ih- ren Gegensätzen eng zusammengedrängten Nervenreize, aus denen uns auch die Steige- rung der großstädtischen Intellektualität hervorzugehen schien; weshalb denn auch dumme und von vornherein geistig unlebendige Menschen nicht gerade blasiert zu sein pflegen. Wie ein maßloses Genußleben blasiert macht, weil...

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