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Mobile Kommunikation im Kontext

Studien zur Nutzung des Mobiltelefons im öffentlichen Raum

Joachim Höflich

Mit dem Mobiltelefon hat sich die Kommunikation im öffentlichen Raum verändert. Es dient dazu, unseren Alltag zu koordinieren und Wartezeiten zu überbrücken. Es bringt uns anderen ein Stück näher, doch zugleich verlieren wir die direkte Umgebung aus dem Auge. Mit seinem Klingeln gehen wir anderen auf die Nerven und setzen uns zugleich unter Stress. Dies sind nur einige Themen, denen sich dieses Buch widmet. Es fasst eine Reihe von Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, zusammen und stellt eine Zwischenbilanz der Forschung dar. Dabei soll der Leser geradezu auf eine ‘empirische Erkundung’ und ‘Begehung’ mitgenommen werden und so die Forschungen nachvollziehen können.

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Kapitel 9 - Akustische Ökologie - Klingeltöne als neue Soundscape und wie wir darauf reagieren 171

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Kapitel 9 173 Akustische Ökologie – Klingeltöne als neue Soundscape und wie wir darauf reagieren Mehr als ein Klingeln „Lieber Leser! Begib dich doch in das tiefste, weltentfernteste Alpental, du wirst mit Sicherheit einem Grammophon begegnen. Fliehe in eine Oase der Wüste Sahara, du wirst einen Unternehmer finden, der dort einen Musikautomaten mit Glockenspiel und Trommelschlag soeben aufstellt … Es gibt für Menschen auch in heiligster Gottnatur kein Glück ohne Geschrei und lärmende Entäußerung.“ So schrieb Theodor Lessing (1908: 15) vor mehr als einhundert Jahren in seiner ‚Kampfschrift gegen die Geräusche unseres Lebens‘. Umwelten sind immer auch akustische Umwelten. Und immer mehr werden sie mit etwas wie einer akustischen ‚Umweltverschmutzung’ assoziiert. Spätestens seit R. Murray Schafer würde man von einer Veränderung der Soundscape sprechen: „Die Soundscape der Welt ist im Wandel. Der moderne Mensch lebt seit Kurzem erst in einer akustischen Umwelt, die sich radikal von der bisherigen unterscheidet. … Es scheint, als habe die Soundscape der Welt derzeit ein Maximum an Vulgarität erreicht, und viele Fachleute sagen als deren letzte Konsequenz eine universelle Taubheit voraus, sollte es nicht gelingen, das Problem rasch unter Kontrolle zu bringen.“ (Schafer 2010: 35) Pointiert schreibt Bosshard (2005: 843): „So wie es im Mittelalter gang und gä- be war, den Urintopf am Morgen durchs offene Fenster einfach auf die Straße zu entleeren, so ist es heute üblich, den Lärm von Geräten und Maschinen einfach ins Freie schallen zu lassen.“ Orte vollkommener...

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