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AfrikaBilder im Wandel?

Quellen, Kontinuitäten, Wirkungen und Brüche

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Edited By Jessica Breidbach, Manuel Aßner, Abdel-Amine Mohammed, David Schommer and Katja Voss

Woran denken Sie, wenn Sie sich Afrika vorstellen? Tauchen vielleicht stereotype Bilder vor Ihrem inneren Auge auf: Afrika, der Kontinent der Krisen, Krankheiten und Katastrophen; der Fernwehfantasien, wilden Tiere und weiten Landschaften? Dieser Sammelband geht AfrikaBildern auf die Spur, fragt nach ihren Quellen und Wirkungen, sucht ihre Kontinuitäten und Brüche, entlarvt sie als gedankliche und soziale Konstrukte, die diskursiv Machtwirkungen ausüben. Die Beiträge beschäftigen sich multi- und interdisziplinär mit Kolonialismus und Antikolonialismus sowie AfrikaBildern in Medien, Tourismus, Kunst, Literatur, Bildung, Pädagogik, Ökonomie und Politik. Ziel ist die Dekonstruktion einseitiger AfrikaBilder und damit Wandel realer Herrschaftsverhältnissen, Denk- und Redeweisen.

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GESCHICHTEN DER ANDEREN(Kolonialismus und Antikolonialismus)

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GESCHICHTEN DER ANDEREN (Kolonialismus und Anti-Kolonialismus) Über die konstitutiven Regeln Afrikas Elísio Macamo Es gibt Bilder von Afrika, die den Kontinent oft in negativem Licht erscheinen lassen. Er wird als Kontinent der Krisen, Kriege und Katastrophen bezeichnet. Solche Bilder rufen Mitleid, Überlegenheitsgefühle und das Bedürfnis hervor, dem Kontinent entweder zu helfen oder ihn einfach zu vergessen. Diese Bilder sind problematisch. Darauf hingewiesen haben zahlreiche Beobachter_innen, die in Anlehnung an Saids bahnbrechendes Buch über die Erfindung des Orients durch den Westen (1978) Bildern eine politische Funktion zuschreiben. Demzufolge beschreiben diese Bilder nicht unbedingt die Wirklichkeit des betrachteten Gegenstandes. Vielmehr stellen sie den Gegenstand in einer Weise dar, dass die Macht legitimiert wird, die darüber ausgeübt wird. Mudimbe (1988) hat diese These im afrikanischen Kontext am konsequen- testen vertreten. Er nimmt genauso wie Said auf den französischen Sozialdenker Foucault Bezug, demzufolge Wissen einer diskursiven Macht unterliegt, die die Wahrnehmung der ‘Wirklichkeit’1 beeinflusst. Mudimbe gibt zu bedenken, dass es ‚Afrika‘ in Wahrheit nicht gibt, sondern Repräsentationen davon, die von der Macht des Westens über den Kontinent und seine Völker zeugen. Es gibt dennoch zwei schwerwiegende Probleme mit dieser ansonsten überzeugenden These. Zum einen gibt es ein erkenntnistheoretisches Problem, das in der Frage begründet liegt, welche Rolle Tatsachen bei der Repräsentation spielen. Mit anderen Worten, auch wenn es möglich ist, den afrikanischen Kontinent als arm und krisengeschüttelt darzustellen, kann nicht darüber hinweggesehen werden, dass Armut und Krisen aller Art zum...

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