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Der Fall Eluana

Politische und ethische Probleme im Umgang mit Menschen in dauerhafter künstlicher Lebenserhaltung

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Alexander Hevelke

Die normativen Fragen und Probleme um die Aufnahme und Weiterführung von lebenserhaltenden medizinischen Maßnahmen begegnen uns immer wieder. Zu den wohl prominentesten Beispielen zählt der Fall der Eluana Englaro. Im Rahmen dieser Arbeit kommen vor allem drei normative Konzepte zur Anwendung: Es sind Menschenwürde, Autonomie und Lebensrecht/-interesse/-wert. Dabei wird zuerst untersucht, wie die jeweiligen Konzepte im Rahmen der Fragestellung am sinnvollsten zu verstehen sind, um sie dann auf drei exemplarische Fallbereiche von Patienten in dauerhaft künstlicher Lebenserhaltung anzuwenden. Daraus ergeben sich eine ganze Reihe spezifischer Fragen wie etwa nach der Bindungskraft früherer Entscheidungen oder der Verwendbarkeit des Wertes des Lebens als Gegenpol zum Selbstbestimmungsrecht.

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Einführung

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Das vorliegende Buch beruht auf einer Magisterarbeit mit gleichem Titel, die Herr Hevelke im Sommersemester 2009 im Fach Philosophie an der Ludwig- Maximilians-Universität unter meiner Betreuung angefertigt hat. Diese Arbeit befasst sich mit einem der umstrittensten und politisch, rechtlich und ethisch schwierigsten Fragestellungen, nämlich der des angemessen Umgangs mit Men- schen im Koma, Wachkoma und in weitgehender apparativer Abhängigkeit. Der konkrete Fall Eluana hat über viele Jahre die italienische Öffentlichkeit, die ita- lienische Justiz und Politik beschäftigt und zu zahlreichen Debatten geführt. Er bietet Anlass unsere ethischen Intuitionen zu prüfen und in einen größeren phi- losophischen Kontext zu stellen. Sie stellt sich unter anderem der Frage, ob der Staat auch unabhängig von Interessenlagen der betroffenen Personen eine Pflicht zu leben auferlegen und gegebenenfalls rechtlich etablieren darf. Der Verfasser plädiert überzeugend für den Vorrang der Autonomie. Der Verfasser zeigt in diesem schwierigen Feld der Ethik, der rechts- und politischen Philoso- phie eine hoch entwickelte Urteilskraft und hält sich mit voreiligen inhaltlichen Festlegungen angenehm zurück. Schon von daher ist es wünschenswert, dass diese Arbeit einem breiteren Leserkreis als Buch zugänglich gemacht wird. München im August 2011 Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D.

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