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Sprachliche Dynamiken

Das Italienische in Geschichte und Gegenwart

Series:

Maria Selig and Gerald Bernhard

Die Beiträge dieses Bandes widmen sich aktuellen Themen der italianistischen Linguistik und erproben Konzepte und Methoden, die die Dynamik und Variabilität der italienischen Sprache in Geschichte und Gegenwart sichtbar machen. An sprachhistorischen, syntaktischen, semantischen und varietätenlinguistischen Fragestellungen wird aufgezeigt, dass die Italianistik hinsichtlich ihrer methodischen und theoretischen Grundlagen mehrfach dazu beigetragen hat, reduktionistische und ausschließlich auf die theoretische Homogenisierung bedachte Ansätze aufzusprengen. Mehrsprachige Kommunikationsräume, vielschichtige Varietätengefüge, instabile und durch einen hohen Grad an Allomorphie gekennzeichnete mittelalterliche volgari, Kontaktvarietäten und linguae francae sowie entwicklungsoffene semantisch-syntaktische Paradigmen sind genuine Forschungsgegenstände der Italianistik. Sie erfordern eine dynamische Konzeptualisierung und eine reflektierte Vermittlung zwischen der komplexen Datenlage und der wissenschaftlichen Systematisierung. Der Band kann zeigen, dass der italianistischen Linguistik deshalb vielfach eine Vorreiterrolle bei der Erprobung neuer Konzepte und Methoden in der Sprachwissenschaft zukommt.

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Laura Sergo Wissenschaftsstile und Übersetzung: Angleichungen und Konflikte 219

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Wissenschaftsstile und Übersetzung: Angleichungen und Konflikte Laura Sergo 1. Einführung: kulturell bedingte Stilunterschiede in den Geisteswissenschaften Kontrastive Untersuchungen im Bereich von Fachsprachen und Fachtextsor- ten haben neben anderen Erkenntnissinteressen oft auch die Optimierung von Übersetzungsverfahren zum Ziel1 Der vorliegende Beitrag versteht sich als ein Versuch, deutsche und itali- enische Texte aus dem geisteswissenschaftlichen Diskurs und deren Über- setzungen gegenüberzustellen und aus der Korpusanalyse kulturbedingte Stilkonventionen – als Manifestationen von unterschiedlichen rhetorischen Traditionen – auch im Hinblick auf die Erarbeitung geeigneter translatori- scher Verfahren zu identifizieren. Anders als Technik und Naturwissenschaf- ten stehen geisteswissenschaftliche Disziplinen den kulturellen Systemen ; dabei werden Divergenzen makro- und mikrotextueller Art sowie kulturspezifische Textsortenkonventionen oft als Ergebnis der Entwicklung von unterschiedlichen Kulturtraditionen ana- lysiert, denn die Produktion von Fach- und Wissenschaftstexten „est une activité sociale hautement standardisée et normalisée qui reflète, pour chaque langue spécialisée, la culture de milieux nationaux, scientifiques ou professionnels bien déterminés“ (Eggs 2002: 21). In den letzten Jahren lässt sich auch für das Sprachenpaar Deutsch-Italienisch ein wachsendes Inte- resse für den kontrastiv-interkulturellen Vergleich der Wissenschaftsstile im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften verzeichnen (Zingerle/Cappai 2003, Calaresu/Guardiano/Hölker 2006, Ehlich/Heller 2006, Heller/Taino 2007, Schwarze 2007). Spezifisch zur Fachsprache der Archäologie, die den wichtigsten Teil des analysierten Corpus darstellt, wurde ein Projekt von Forschern aus Lecce und Salerno initiiert (Hempel 2006: 256). 1 Statt vieler seien die Studien von Galtung 1985 und Clyne 1993, im romanistischen Bereich von Spillner 1981, 1996, 2002, Pöckl 1999...

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