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Theater für Alle?

Partizipation von Postmigranten am Beispiel der Bühnen der Stadt Köln

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Azadeh Sharifi

Die Partizipation von Postmigranten als Künstler und Publikum an der deutschen Kultur wird in diesem Buch exemplarisch an den Bühnen der Stadt Köln aufgezeigt. Drei Theaterhäuser, das Schauspiel Köln, das Comedia Theater und die Bühne der KulturenArkadaş Theater werden in ihrer inhaltlichen und programmatischen Ausrichtung zur interkulturellen Öffnung untersucht. Zudem werden Postmigranten zu ihrem Theaterinteresse sowie zu ihrer Nutzung der Kölner Theater befragt. Ein Ausblick auf die britische Kulturpolitik und die Teilhabe von black artists an der Theaterszene werden als Impulse für die deutsche Kulturpolitik diskutiert. Ziel der Arbeit ist die Formulierung von kulturpolitischen Handlungsempfehlungen, die zur Teilhabe von postmigrantischen Künstlern und Publikum an deutschen Theaterhäusern führen soll.

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Kapitel I: Einwanderung in Deutschland und die Folgen für die Kulturgesellschaft

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1. Einleitung Seit Deutschland sich zum Einwanderungsland bekannt hat, wird die Integration von „Menschen mit Migrationshintergrund“ in beinahe allen gesellschaftlichen Bereichen angestrebt. Sie sollen, so will es die Politik, an der deutschen Gesell- schaft partizipieren. Dieser Anspruch bezieht sich nicht nur auf politische und gesellschaftliche Bereiche, sondern auch auf kulturelle wie deutsche Institutio- nen. In einer Einwanderungsgesellschaft sind Migrations- und Integrationspoli- tik zentral für die Wirtschafts-, Gesellschafts- und Kulturpolitik lautet mittler- weile das Credo. Diese Notwendigkeit wurde von der Politik nicht früh genug erkannt. Das 2005 verabschiedete Zuwanderungsgesetz kam nach Klaus Bade ein „Vierteljahrhundert zu spät“.1 „Die Antwort auf die Frage, wie folgenreich ein Gesetz über begrenzende Migrati- onssteuerung und staatliche Integrationsförderung gewesen wäre, wenn es historisch sozusagen 'rechtzeitig', also spätestens Anfang der 1980er Jahre – besser noch gleich zusammen mit dem Anwerbestopp von 1973 – verabschiedet worden wäre, kann man heute getrost den Historikern im Rahmen von Überlegungen zur kontrafakti- schen historiographischen Argumentation überlassen. Anzunehmen ist aber, dass der Zuwandererbevölkerung damit mancherlei Versäumnisse erspart geblieben wären, deren Folgen heute besondere integrationspolitische Herausforderungen darstellen.“2 Bis heute wird Integration in vielen Diskursen einseitig aufgefasst.3 Die Gesell- schaft fordert die Eingliederung der ehemaligen Migranten4, ohne aber über mögliche Ausgrenzung seitens der Gesellschaft zu sprechen. Dass hier von deut- schen Staatsbürgern die Rede ist, die Teil der Gesellschaft sind und diese mitge- stalten wollen, wird häufig übersehen. Oft wird nur von „Integrationsverweige- 1 Bade 2006. S. 29. 2 Bade 2006....

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