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Theater für Alle?

Partizipation von Postmigranten am Beispiel der Bühnen der Stadt Köln

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Azadeh Sharifi

Die Partizipation von Postmigranten als Künstler und Publikum an der deutschen Kultur wird in diesem Buch exemplarisch an den Bühnen der Stadt Köln aufgezeigt. Drei Theaterhäuser, das Schauspiel Köln, das Comedia Theater und die Bühne der KulturenArkadaş Theater werden in ihrer inhaltlichen und programmatischen Ausrichtung zur interkulturellen Öffnung untersucht. Zudem werden Postmigranten zu ihrem Theaterinteresse sowie zu ihrer Nutzung der Kölner Theater befragt. Ein Ausblick auf die britische Kulturpolitik und die Teilhabe von black artists an der Theaterszene werden als Impulse für die deutsche Kulturpolitik diskutiert. Ziel der Arbeit ist die Formulierung von kulturpolitischen Handlungsempfehlungen, die zur Teilhabe von postmigrantischen Künstlern und Publikum an deutschen Theaterhäusern führen soll.

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Kapitel V: Partizipation von Postmigranten am Theater – Kulturpolitische Handlungsempfehlungen

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1. Von der nationalen Kulturpolitik zur interkulturellen Kulturpolitik Kulturpolitik ist die Möglichkeit der kulturellen Veränderung und Gestaltung der Gesellschaft, in der das Individuum an kulturellen Angeboten teilnehmen und diese gestalten kann. Dabei wird Politik als „Politik des Kulturellen mit den Mit- teln des Ästhetischen und der Kunst“569 verstanden. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Gestaltung eines symbolischen Diskurses über die Art und Weise des Zusam- menlebens in einer Gesellschaft. Diese Symbolik wird durch Kunst und Kultur reflektiert. Neben der inhaltlichen Dimension, in der „Programmatik, in inhaltli- chen Aufgabenbeschreibungen der Kultureinrichtungen, in Konzepten, Zielen und Leitlinien zum Ausdruck“570 kommen, hat Kulturpolitik eine prozessuale Di- mension. Damit sind Verfahren für die Gestaltung der Zusammenarbeit zwi- schen politisch-öffentlichen Organen und Akteuren gemeint. „In diesem Verfah- ren werden allgemein-verbindliche, aber auch auf den Einzelfall bezogene Ent- scheidungen getroffen, sowohl über die inhaltlichen Fragestellungen als auch über die Ressourcenverteilungen und die rechtlichen Rahmenbedingungen.“571 Schließlich hat Kulturpolitik auch eine strukturell-institutionelle Dimension, die in althergebrachten Strukturen des „kulturellen Trägerpluralismus“ und „Kultur- föderalismus“572 ihren Ausdruck finden. Durch inhaltliche Ziele kann Kulturpolitik unterschiedlich ausgerichtet sein. Eine ästhetisch-inhaltliche Zielsetzung zielt darauf ab, Rahmenbedingungen für eine freie Entfaltung der Kunst und Kultur zu schaffen.573 Eine bildungspolitisch ausgerichtete Zielsetzung versteht „Kultur als Teil der individuellen Bildung“574. Dies gilt vor allem für solche Kulturangebote, die man unter kulturelle Bildung zusammenfassen kann. Im Verständnis explizit gesellschaftspolitisch orientierter Zielsetzungen entfaltet sich Kultur immer nur in einem gesellschaftlichen Kon- 569 Fuchs 2007....

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