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Kindheit in der Funktionale

Ambivalenzen ihres Wandels in disziplinären und professionellen Perspektiven

Edited By Sandro Bliemetsrieder and Susanne Dungs

Die Publikation diskutiert Chancen und Gefahren des Wandels von Kindheit in postindustriellen westlichen Gesellschaften. Dem Trend zur Funktionalisierung, der sich gegenwärtig beispielsweise in Kompetenzorientierung und Biologisierung zeigt, wird ein Begriff von Kindheit gegenübergestellt, der auf ‘Früheres’ (Moratorium) produktiv Bezug nimmt, ohne in eine einseitige Kulturkritik zu münden. Erziehung und kindlicher Eigensinn, Vernunft und Sinnlichkeit bedürfen eines offenen Randes, um nicht simultan von den Funktionalismen der Arbeitswelt adaptiert zu werden. Die Publikation sammelt die Vorträge und Diskussionen einer Ringvorlesung, die im Wintersemester 2010/11 an der Fachhochschule Kärnten stattfand und diesen Wandel von Kindheit in Gestalt eines Theorie-Praxis-Diskurses reflektierte.

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Unbestimmtheit in der Erziehung

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Unterwegs zu sich selbst Zwischen Selbsterfahrung und Politik Gerhard Gamm Die Aufforderung zur freien Selbsttätigkeit ist das, was man Erziehung nennt. J. G. Fichte Im Folgenden geht es um Probleme der Erziehung und Bildung, genauer darum, welche analytischen Möglichkeiten der Begriff des Unbestimmten bietet, jene Probleme zu beleuchten. Vom „Unbestimmten in der Erziehung“ zu sprechen, klingt abstrakt und leicht befremdlich. Und doch kommt es der Intention, die die Untersuchung leitet, sehr nahe. Sie liegt darin, ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass auch ein auf praktische Probleme der Sozialen Arbeit bezogenes Studium die Grundlagenfragen des Fachs nicht übergehen sollte. Fällt doch von ihnen nicht zufällig ein überraschendes Licht auf das Management der sozialen Tatsa- chen und die gesellschaftlich und politisch etablierten Lösungswege, auf denen es geschieht. Um den Einstieg in die Diskussion des Unbestimmtheitsbegriffs und seiner im weitesten Sinn pädagogischen Bedeutung zu erleichtern, ist es von Vorteil, sich zunächst mit der geläufigeren Vorstellung, dem Gegenteil, d. h. dem Be- stimmten, auseinanderzusetzen. Was heißt ‚bestimmen’? Das Verb oder, wie es früher viel deutlicher hieß, das Tu-Wort, die Tätigkeits- form ‚bestimmen’ und das entsprechende Substantiv ‚Bestimmung’ sind Grund- begriffe der Philosophie – und damit auch des gesellschaftlichen Lebens. Nimmt man zu diesen beiden Konzepten noch ‚Selbstbestimmung’ hinzu, fehlt nicht (mehr) viel, um mittels dieser drei Wörter dem, womit sich die Philosophie be- schäftigt, sehr nahe zu kommen. 118 Gerhard Gamm Bestimmen heißt festlegen, festsetzen, vorschreiben, sagen, was (und wie)...

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